Auf Holzmann-Baustellen kann weitergearbeitet werden

27. März 2002, 14:29
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Noch keine Einigung über Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes

Frankfurt - Auf den Baustellen des angeschlagenen Holzmann-Konzerns kann zunächst weitergearbeitet werden. Die Gläubigerbanken erklärten sich nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Ottmar Hermann grundsätzlich bereit, einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für die Fortführung des Geschäftsbetriebs zur Verfügung zustellen. Noch nicht im Trockenen ist dagegen die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Beschäftigten. Die Gespräche mit dem Landesarbeitsamt liefen noch, sagte Hermann am Mittwoch.

Zugleich bestätigte Hermann, dass Konkurrenten von Holzmann schriftliche Offerten für Teile des Unternehmens abgegeben hätten. In der Vergangenheit hatte bereits der Kölner Baukonzern Strabag Interesse an der Straßenbausparte von Holzmann Deutsche Asphalt signalisiert. Der Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger soll an einer Übernahme der Holzmann US-Tochter J.A. Jones interessiert sein.

Massekredit gewährt

Die Gewährung des Massekredits wendet die drohende unkontrollierte Zerschlagung des Bauunternehmens vorerst ab, mit dem Geld können zum Beispiel Lieferanten und Subunternehmer bezahlt. Hermann erklärte, es müssten zwar noch einzelne Häuser die Zustimmung ihrer Gremien einholen, er gehe aber von einer Zusage aus. Die finanzielle Unterstützung der Banken gebe Hoffnung, das Traditionsunternehmen Philipp Holzmann weiter zu führen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, sagte er. Damit werde eine erste Anschubfinanzierung für die Wiederaufnahme von Arbeiten an Baustellen geleistet. Trotz der angespannten Finanzlage sei es bereits gelungen, die Bauvorhaben weiterzuführen.

Bei einem Massekredit bekommen im Unterschied zu einem sonstigen Kredit die Geber ihr Geld als erste zurück, das heißt, diese Banken werden im Insolvenzverfahren bevorzugt behandelt.

Hermann kündigte an, mit den Auftraggeber über eine Fortsetzung der einzelnen Bauprojekte zusprechen. Nur bei einer Fortführung könnten Arbeitsplätze erhalten werden und letztlich auch die Gläubigerinteressen gewahrt werden. Es gehe darum, "dass das erhalten werden kann, was erhaltenswert ist", sagte Hermann. Einige Auftraggeber haben den Angaben zufolge allerdings bereits Projekte gekündigt. Das vorläufige Insolvenzverfahren wird nach Einschätzung Hermanns etwa zwei bis drei Monate dauern. Das Insolvenzverfahren selbst einige Jahre. (APA)

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