Österreichisches Bundesheer schickt Transportpanzer nach Afghanistan

27. März 2002, 17:38
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Vier Pandur-Panzer, eine Ärztegruppe und ein zivil- militärischer Hilfstrupp fliegen Anfang April nach Kabul

Graz - Das österreichische Kontingent der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF wird mit vier gepanzerten Mannschaftstransportern vom Typ Steyr "Pandur" verstärkt. Dies teilte das Kommando für internationale Einsätze (KdoiE) in Götzendorf am Mittwoch gegenüber der APA mit. Ferner werden zusätzlich zu den bereits 55 in Kabul und Umgebung Dienst tuenden Soldaten fünf Mann Sanitätspersonal für ein deutsches Feldspital sowie sieben Soldaten zur Unterstützung der CIMIC (Zivil-Militärische Hilfskooperation) am 6. April von Köln nach Kabul geflogen.

Zwei Gründe sprechen laut Hauptmann Michael Bauer vom Kommando für internationale Einsätze für die "Nachrüstung" des österreichischen ISAF-Kontingents: "Mit den Panduren kann nun das gesamte Spektrum der Patrouillentätigkeit mitgemacht werden". Eine Neubeurteilung der Lage habe ergeben, dass es angezeigt sei, den Schutz für die Soldaten noch weiter zu erhöhen, so Bauer. Die bisher verwendeten und zusätzlich gepanzerten Fahrzeugen der Typen Puch G und Pinzgauer blieben weiterhin in Verwendung. "Mit dem Pandur können wir nun eine Vertiefung und Verdichtung unserer Tätigkeit sicherstellen. Das Einsatzgebiet in Kabul bleibt jedoch dasselbe", meinte Bauer. Man habe selbst gewollt, bei allen Einsätzen im Rahmen der deutschen ISAF-Einheit dabei zu sein.

Insgesamt 67 Österreicher in Afghanistan

Die vier gepanzerten Pandur werden am 3. April von Strass in der Südsteiermark im Eisenbahntransport nach Köln-Wahn gebracht, von wo sie dann gemeinsam mit dem Sanitätspersonal und den CIMIC zugeordneten österreichischen Soldaten auf den Flughafen Bagram bei Kabul geflogen werden. Zwei Ärzte und drei medizinisch-technische Assistenten werden ihre Arbeit im Feldspital verrichten, das die deutsche Einheit zusammen mit den ihr unterstellten Kontingenten aus Niederländern, Dänen und Österreichern betreibt. Mit der Verstärkung hat Österreich damit 67 Mann in Afghanistan. Die Kopfstärke darf laut Ministerratsbeschluss 75 Soldaten aber nicht übersteigen.

Der Lufttransport dürfte mit einer ukrainischen Antonow 92 durchgeführt werden, die von den deutschen Streitkräften angemietet wurde. Eine ähnliche Lösung wurde auch in Österreich zur Versorgung der eigenen Kontingente in Albanien 1999 sowie seit Herbst 1999 im Kosovo praktiziert. Wie Hauptmann Bauer der APA mitteilte, würden auch zwei Container mit Ersatzteilen für die Pandure sowie Munition nach Afghanistan gefolgen. "Es gibt ein 'technical agreement' mit den Deutschen, dass wir eine Art Pauschale für die Flugtransporte nach Afghanistan zahlen". Wieviel und wann dann tatsächlich geflogen werde, sei unerheblich, "das teilen uns die Deutschen zu, wir melden nur unseren Bedarf an", so Bauer.

Mit den Panduren kommen nach drei bis vier Mann Fachpersonal aus Strass mit, ein Fachmann zur Wartung befindet sich bereits vor Ort. Die Pandure seien nach Hauptmann Bauer wesentlich weniger wartungsintensiv als etwa Schützenpanzer. Eine spezielle Adaptierung der Fahrzeuge für den Einsatzraum habe es nicht gegeben.(APA)

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