Bergisel-Opfer: Versicherung lehnt Zahlung ab

28. März 2002, 10:08
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Keine Zuständigkeit und kein Schuld der Stadt Innsbruck zu erkennen

Innsbruck - Rund zweieinhalb Jahre nach der Tragödie beim 7. Air & Style Contest im Innsbrucker Bergiselstadion herrscht immer noch Unklarheit über Schadenersatzzahlungen an die Opfer. Die Versicherung der Stadt habe eine Zahlung bisher abgelehnt, hieß es am Mittwoch aus dem Stadtmagistrat. Fünf Jugendliche hatten das Unglück am 4. Dezember 1999 mit dem Leben bezahlt. Fünf weitere wurden dabei schwer verletzt. Insgesamt mussten 38 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert werden.

Klärung der Schuldfrage

Die Versicherung der Stadt Innsbruck habe die Erbringung einer Leistung bzw. Kulanzzahlung wegen "Unzuständigkeit der Stadt und Nichtvorhandensein einer Schuld" abgelehnt. Dies sei "tatsächlich tragisch", aber auch z.B. bei einem schweren Autounfall, habe der Versicherungsnehmer keinen Einfluss auf eine Entschädigungsleistung, wenn die Versicherung bis zu einer allfälligen Klärung der Schuldfrage durch die Gerichte, eine Zahlung ablehnt.

Eine Vorlage für allfällige Versicherungsleistungen sei daher nicht möglich, erklärte die Stadt. Der Vorfall sei von der Staatsanwaltschaft "strafrechtlich und nach allen möglichen Richtungen hin" untersucht worden. Eine Anzeige gegen die Stadt sei zurückgelegt worden, da "in keiner Weise irgendein Verschulden festzustellen war", hieß es in einer Aussendung. Bürgermeister Herwig van Staa habe "hausintern" den Auftrag gegeben, alle die Stadt betreffenden Zusammenhänge zu untersuchen, "um einen Anknüpfungspunkt eines möglichen schuldhaften Verhaltens zu finden". Auch hier sei man zum Ergebnis gekommen, dass die Stadt Innsbruck kein Verschulden trifft.

Schnelle Entscheidung

Tatsache sei, dass die Entschädigungs-Frage "nur rechtlich geklärt" werden könne. Die Stadt selbst habe "größtes Interesse" daran, wenn "so schnell wie möglich" eine Entscheidung durch das Gericht herbei geführt werden könnte, damit den Angehörigen "einigermaßen ihre Erschwernisse abdeckt" werden können. Als Überbrückungshilfe sei bisher ein Betrag in der Höhe von insgesamt rund 21.800 Euro an die Angehörigen der Opfer überwiesen worden.(APA)

Bei der Unglücksstelle beim Westausgang des Bergisel-Stadion stehen Kerzen für die Todesopfer die am 4.12.1999 bei der Massenpanik verunglückten
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