EU ermittelt wegen zu hoher Handy-Gebühren

27. März 2002, 14:58
posten

Kartellverfahren gegen KPN gestartet

Brüssel - Die EU-Kommission will gegen den niederländischen Telekommunikations-Konzern KPN wegen überhöhter Gebühren für Anrufe aus dem Festnetz zu Mobiltelefonen vorgehen. Auch andere Betreiber würden in diesem Zusammenhang untersucht, sagte ein Kommissionssprecher am Mittwoch in Brüssel, ohne die Unternehmen oder ihre Herkunftsländer zu nennen.

In einer Stellungnahme der Kommission hieß es, KPN habe "die Wettbewerbsregeln des Vertrags der Europäischen Gemeinschaft" verletzt. Die Wettbewerbshüter, die sich seit längerem mit den Weiterleitungsgebühren vom Festnetz zu den Mobilfunkgeräten beschäftigen, werfen KPN vor, seine dominante Position in den Niederlanden zu missbrauchen.

Der Telekom-Konzern sagte der Wettbewerbsbehörde unterdessen Kooperation bei der Überprüfung zu und kritisierte zugleich eine gesonderte Betrachtung von KPN. Die Weiterleitungsgebühren von KPN zu Handys seien die niedrigsten in den Niederlanden und entsprächen den durchschnittlichen Gebühren in Europa, teilte das Unternehmen mit.

Nicht zuletzt wegen der Weiterleitungsgebühren sind Gespräche vom Fest- ins Mobilnetz in Europa teurer als Gespräche innerhalb von Festnetzanschlüssen. Die EU-Klage geht zurück auf eine Beschwerde des US-Telekom-Konzerns Worldcom aus dem Jahr 1999 gegen die Niederlande, Deutschland und Schweden. (APA/Reuters)

Share if you care.