EU: Wachstum im zweiten Halbjahr nahe Produktionspotenzial

27. März 2002, 15:01
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Weltwirtschaft birgt aber noch Risiken

Brüssel - Die EU-Kommission erwartet für die Eurozone im zweiten Halbjahr 2002 ein Wachstum nahe am oder sogar über dem Produktionspotenzial. Das erste Halbjahr werde durch einen langsamen Aufschwung der Wirtschaft gekennzeichnet sein, heißt es im am Mittwoch erstmals veröffentlichten Quartalsbericht über die Wirtschaft der Eurozone.

Auch wenn es in der Weltwirtschaft noch Risiken gebe, mehrten sich die Zeichen einer Erholung im Verarbeitenden Sektor, so der Quartalsbericht. Alle Leitindikatoren hätten sich praktisch gleichzeitig ins Positive gewendet. Die Nachfrage der Konsumenten der Eurozone scheine aber im Gegensatz zu den USA vorerst nicht in der Lage, den Aufschwung voranzutreiben. Die jüngsten Daten bestätigten, dass die Talsohle der Entwicklung Ende 2001 erreicht wurde, wird EU-Kommissar Pedro Solbes zitiert.

Der Bericht mahnt noch zur Vorsicht, da es in den USA zuletzt bei Rezessionen häufig doppelte Abschwungphasen gegeben habe. Auch in Japan sei kein Ende der Deflation in Sicht.

Der Quartalsbericht soll künftig am Ende jedes Quartals veröffentlicht werden. In der ersten Publikation wurde besonderes Augenmerk auf die Inflation gerichtet. Im Jänner sei es mit einem Preisanstieg um 0,5 Prozent im Vergleich zum Dezember zu einem kurzen Aufflackern der Inflation gekommen. Davon seien 0,34 Prozentpunkte auf Anstiege bei Gemüse (wegen Schlechtwetters) und indirekte Steuern (Tabaksteuer) zurückzuführen, womit sich die Einführung von Euro-Bargeld maximal mit einem Preisanstieg um 0,16 Prozent ausgewirkt haben könne. Die Entwicklung seit Jänner lasse aber erwarten, dass der Preisanstieg im Jahresverlauf moderat bleiben werde. (APA)

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