Steirischer Wein soll "femiviner" werden

27. März 2002, 12:22
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Zehn Weinfachfrauen gründeten Gemeinschaftsinitiative - Landeshauptfrau Klasnic fungiert als Patin

Graz - Zu einer Initiative zusammengeschlossen haben sich zehn junge steirische Weinfachfrauen, die aufzeigen wollen, dass sie in den Kenntnissen rund um das edle Rebengetränk in Nichts der - dominierenden - Männerwelt nachstehen. Offiziell aus der Taufe gehoben wird "femivin" am 4. April. Als Patin fungiert Landeshauptfrau Waltraud Klasnic.

Die Burgenländerinnen machten es vor

Alexandra Klopfer gibt zu, den Anstoß für die Initiative im Burgenland erhalten zu haben. Dort, wie auch in Niederösterreich, haben sich elf Winzerinnen vor einiger Zeit zu einer verschworenen Gemeinschaft an Weinmacherinnen zusammengeschlossen. Mit Betriebsleiterinnen im eigentlichen Sinn kann das steirische Pendant jedoch noch nicht aufwarten: Die "femivinen" Weinfachfrauen sind in der Regel frische Absolventinnen der Fachschule Silberberg und sind in den elterlichen Betrieben für das Marketing zuständig oder führen gemeinsam mit ihren Partnern den Betrieb.

"Wir wollen es der jungen Generation von Herren zeigen, von der wir in fachlicher Hinsicht noch immer oft heruntergemacht werden", begründet Birgit Trabos ihr Engagement für die weibliche Offensive. Auch in der Weinbaufachschule stellten die Frauen noch eine kleine Minderheit dar. Nun will man gemeinsame Sache machen, etwa zusammen bei Präsentationen auftreten und auch im caritativen Bereich tätig werden. So steht die Gründungsgala unter dem Motto "Ein Euro für die Kinderkrebshilfe".

Dass in der Steiermark in Sachen Gleichberechtigung der Geschlechter noch ein gewisser Aufholbedarf besteht, zeigt auch das jüngst erschienene repräsentative Buch des ehemaligen steirischen Weinbaudirektors Engelbert Katschner: Unter den 114 genannten steirischen Vorzeige-Weingütern gibt es kein einziges mit einer Frau als Betriebsführerin. (APA)

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