Verlust durch Terrorfolgen

27. März 2002, 12:32
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AUA-Chef Sörensen: Auch ohne WTO-Anschläge negativ blianziert

Wien - Zwei Jahre haben die Airlines, so auch die Austrian Airlines (AUA), durch den Nachfrageeinbruch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verloren. "Wenn wir 2003 die gleichen Verkehrszahlen erreichen wie 2000, dann ist es schon gut", sagt AUA-Chef Vagn Sörensen in einem Interview mit Tageszeitung "Die Presse" (Mittwochausgabe). Bisher habe man kein Wachstum gesehen.

Schon vor dem 11. September habe es eine negative Tendenz in der Luftfahrt gegeben. Ab Frühling sei klar gewesen, dass mit der Konjunktur die Nachfrage schwächer wird: "Auch ohne 11. September hätte die AUA zumindest in der AG ein deutlich negatives Ergebnis erzielt. Der 11. 9. hat noch 50 bis 60 Mill. Euro zum Verlust (das Vorsteuerergebnis 2001 machte minus 164,1 Mill. Euro aus, Anm.) beigetragen, nicht mehr", so Sörensen, der im Oktober 2001 das Ruder in der börsenotierten AUA übernommen hatte.

Angst vorm Fliegen

Aber es sei zu einem regelrechten Nachfrageeinbruch gekommen: Viele Leute hatten Angst vorm Fliegen, "das normalisiert sich langsam". Der viel größere Effekt sei, dass viele Firmen Kosten durchforsteten, bei Dienstreisen sparten. Diese Tendenz sei nachhaltig.

Die Maßnahmen im heuer 260 Mill. Euro schweren Sanierungspaket liefen nach Plan. Mit der Organisationsstraffung seien 100 Overhead-Stellen abgebaut worden. Durch die Zusammenlegung der Stationen seien 40 Stellen reduziert worden, in der Technik würden es 130 sein. "Von den 968 Stellen, die wir insgesamt abbauen wollen - Abbau klingt ja immer ein bißchen zynisch - haben wir bereits 500 abgebaut", berichtet Sörensen. Davon seien nur rund 30 "echte Kündigungen" gewesen, zum größten Teil seien Verträge einvernehmlich aufgelöst, natürliche Abgänge genützt, Teilzeit-Modelle realisiert worden. "Es ist bisher besser gelaufen als erwartet".

Vorgabe Ergebnisverbesserung

Die 260 Mill. Euro Ergebnisverbesserung seien für 2002 die Vorgabe. Wichtiger aber sei die offizielle Vorschau, und das sei ein ausgeglichenes operatives Ergebnis. Bis jetzt sei man dafür im Plan. Sörensen rechnet indes noch "heuer mit Verkäufen" von Beteiligungen. Die AUA müsse ihren Vorsprung in dieser Nische wahren. "Wenn andere expandieren, müssen wir das auch tun." Sörensens Vision ist, "selbständig und unabhängig zu bleiben, aber wir arbeiten gerne eng mit einem der Großen zusammen - und das ist Lufthansa." Dass im Transatlantik-Geschäft jetzt wieder Expansion ansteht, bestätigte Sörensen. "Ich hoffe, dass wir bald wieder Chicago, einen wichtigen Hub der United, anfliegen können. Mit New York, Washington und Chicago können wir die gesamten USA abdecken."

Sörensen geht davon aus, dass der Marktanteil der Billig-Airlines von 5 auf 15 Prozent steigen wird. "Wir nehmen diese neuen Wettbewerber sehr ernst, weil sie etwas anbieten, mit dem wir nie mithalten können. Wir können nie um 39 Euro irgendwohin fliegen, werden unsere Kosten nie so anpassen können. Wir müssen also etwas anderes bieten." Die AUA plane dabei aber nicht, eine eigene Billigfluglinie zu gründen. "Das Dümmste, was wir machen könnten, wäre, mit denselben Mitteln zu konkurrieren, da würden wir verlieren." (APA)

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