Greenspan: Regulierung allein ist keine Antwort auf Enron-Fall

28. März 2002, 11:46
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Notenbankchef warnt vor Übertreibung

New York - US-Notenbankchef Alan Greenspan hat davor gewarnt, als Antwort auf den Skandal beim zusammengebrochenen Energiehandelskonzern Enron die Regulierung zu übertreiben. Er wies am Dienstag in einer Reder darauf hin, dass das Verhalten der Unternehmen seit dem Enron-Fall besser geworden sei. "Die Unternehmensführung ist ohne Zweifel als Ergebnis der größeren Marktdisziplin in Folge der jüngsten Ereignisse messbar besser geworden", sagte Greenspan auf einer Veranstaltung der Universität New York laut Redetext.

Der Kongress wolle klar mehr machen, fügte er hinzu. Eine Verschärfung der Regelungen zur vollständigen Darlegung der Ergebnisse an die Aktionäre scheine angemessen zu sein. "Eine bedeutende Ausweitung der Regulierung" sei aber nicht unbedingt die beste Lösung der jetzigen Probleme, sagte Greenspan.

Enron war im vergangenen Jahr vom Börsenliebling zum Pleiteunternehmen geworden, nachdem Bilanzunregelmäßigkeiten zum Vertrauensverlust bei Investoren und Geschäftspartnern geführt hatten. Tausende Beschäftigte verloren durch den Bankrott ihre Arbeit und Rentenersparnisse. Derzeit untersuchen verschiedene Ausschüsse des US-Kongresses, das Justizministerium sowie die US-Börsenaufsicht die bislang größte Firmenpleite in den USA. (APA/Reuters)

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