DaimlerChrysler-Manager wird Präsident bei Mitsubishi

27. März 2002, 09:21
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Tokio - Der DaimlerChrysler-Manager Rolf Eckrodt soll Medienberichten zufolge an diesem Mittwoch zum künftigen Präsidenten der japanischen Konzern-Tochter Mitsubishi Motors bestimmt werden. Ein Sprecher von Mitsubishi in Tokio stellte für den Nachmittag (Ortszeit) eine Pressekonferenz in Aussicht. Wie verlautete, wollte der derzeitige Konzernchef Takashi Sonobe zuvor auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung ein neues Managementsystem vorschlagen, um den Umstrukturierungsprozess bei Mitsubishi zu beschleunigen. Laut Medien soll Eckrodt Sonobe voraussichtlich im Juni ablösen. Mit diesem Machtwechsel würde erstmals ein Deutscher an die Spitze eines japanischen Großkonzerns aufrücken.

Eckrodt war im Jänner 2001 von DaimlerChrysler als Chief Operating Officer (COO) für das Pkw-Geschäft nach Japan entsandt worden. DaimerChrysler ist zu 37,3 Prozent an Mitsubishi Motors beteiligt.

Mitsubishi prüft nach Informationen der Zeitung "Yomiuri Shimbun", sein Lkw- und Bus-Geschäft in ein Joint Venture mit DaimlerChrysler einzubringen. An dem Gemeinschaftsunternehmen könnte DaimlerChrysler 30 Prozent übernehmen, hieß es in der Mittwochausgabe. In einer Erklärung von Mitsubishi hieß es lediglich, man prüfe die verschiedensten Optionen mit DaimlerChrysler im Hinblick auf die Lkw- und Bus-Sparte mit dem Ziel, die Synergie-Effekte im beiderseitigen Bündnis zu stärken. Über Einzelheiten sei noch nicht entschieden worden.

Der Zeitungsbericht zufolge sollte DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp noch am Mittwoch nach Japan kommen und mit führenden Mitsubishi-Managern über das Lkw-Projekt reden. Mitsubishi-Aktien gewannen an der Tokioter Aktienbörse am Mittwoch bei einem allgemein freundlichen Umfeld überdurchschnittlich um über sieben Prozent auf Kurse um 330 Yen. (APA/Reuters)

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