Zinni sieht keine Chancen für neues Sicherheitstreffen

27. März 2002, 06:20
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"Kluft zwischen Konfliktparteien zu groß"

Tel Aviv - Der US-Nahost-Sondergesandte Anthony Zinni sieht nach einem Bericht der israelischen Zeitung "Haaretz" (Online-Ausgabe vom Mittwoch) keine unmittelbaren Erfolgschancen für ein neues Sicherheitstreffen zwischen Israelis und Palästinensern. Zinni sagte diesem Bericht zufolge am Dienstag, die Kluft zwischen den Konfliktparteien sei zu groß, und deshalb habe es keinen Zweck, ein neues Sicherheitstreffen anzuberaumen. Geplante Gespräche wurden ohne neuen Termin vertagt.

Zinni wird nach Angaben von "Haaretz" am Mittwochmorgen den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon treffen. Es werde erwartet, dass Zinni dabei um neue Zugeständnisse der Israelis bitten werde, um zu einer Waffenruhe mit den Palästinensern zu kommen.

Die Palästinenser machten weiter schwerwiegende Vorbehalte gegen Teile des Vermittlungsvorschlags von Zinni zur Umsetzung des Tenet-Plans geltend, verlautete am Dienstag nach einem mehrstündigen Treffen mit Zinni in Ramallah, bei dem die Palästinenser dem US-Diplomaten ihre Antwort übermittelten. Die Palästinenser bestehen den Angaben zufolge auf einer Verknüpfung der Sicherheitsaspekte des so genannten Tenet-Plans sowie des Beginns diplomatischer Verhandlungen mit Israel.

Israel hatte in der Nacht zum Dienstag "grundsätzlich" positiv auf den Vorschlag Zinnis reagiert. Die Palästinenser werfen Zinni vor, zu sehr auf Seiten Israels zu stehen. Zinnis bemüht sich um einen Kompromiss zwischen der israelischen Forderung, zunächst ausschließlich die Waffenruhe über einen Zeitraum von vier Wochen umzusetzen, und der palästinensischen Forderung, dies innerhalb von zwei Wochen abzuschließen und Friedensverhandlungen zu beginnen. (APA)

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