Dresdner Chefdirigent geht

26. März 2002, 22:42
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Wegen schlechter Arbeitsbedingungen

Dresden - Wegen schlechter Arbeitsbedingungen wird Marek Janowski seinen Vertrag als Chefdirigent der Dresdner Philharmonie nicht verlängern.

Der 63-Jährige verwies am Dienstag auf den ungeklärten Bau eines neuen Konzertsaales. Derzeit musizieren die Philharmoniker unter akustisch schlechten Bedingungen im 1969 erbauten Kulturpalast. 1994 hatte der Stadtrat einen Beschluss zum Umbau gefasst. Wegen finanzieller Nöte wurde das Projekt bisher aber auf unbestimmte Zeit verschoben.

Sollte die Stadt irgendwann einen neuen Saal besitzen und die Öffentlichkeit sowie das Orchester es wünschen, sei er zur Rückkehr bereit, sagte Janowski. Seinen bis Ende 2003 laufenden Vertrag wolle er in jedem Fall erfüllen. Auch bis zum Ende der Saison 2003/2004, für die bereits jetzt die Planungen liefen, stehe er auf Wunsch zur Verfügung.

Begnadeter Orchestererzieher

Konzertmeister Wolfgang Hentrich sprach im Namen der Philharmoniker von einem "immensen Schaden für das Orchester und die Stadt Dresden". Janowski sei eine begnadeter Orchestererzieher. Die Musiker hätten sich einmütig eine Vertragsverlängerung gewünscht. Dresdens Kulturbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) sagte, es werde "mit Hochdruck" an einer Lösung für den neuen Konzertsaal gearbeitet. "Ich hoffe, dass wir bald über eine Fortsetzung ihres Vertrages in Dresden reden können."

Janowski steht bei den Dresdner Philharmonikern seit Jänner 2001 am Pult. Nach Ansicht von Kritikern sorgte er seitdem wiederholt für herausragende Interpretationen. (APA/dpa)

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