Frankreich will keine Dokumente im Fall Moussaoui an USA überstellen

29. März 2002, 13:43
6 Postings

US-Regierung fordert Todesstrafe für mutmaßlichen Terroristen

Paris - Frankreich will den USA keine Dokumente zur Verfügung stellen, die zu einer Hinrichtung des in den USA wegen Verschwörung mit den Attentätern des 11. September angeklagten mutmaßlichen Terroristen Zacarias Moussaoui führen könnten. Nach dem Willen des US-Justizministeriums soll der 33-jährige Franzose marokkanischer Abstammung hingerichtet werden. Justizministerin Marylise Lebranchu sagte am Donnerstagabend, die französischen Behörden würden keine Dokumente überstellen, die zu einem Todesurteil beitragen könnten.

Ihr US-Kollege John Ashcroft erklärte zuvor in Miami, seine Regierung bitte die Staaten der internationalen Gemeinschaft, "unsere Souveränität zu respektieren, und wir respektieren die ihre". Das Hauptverfahren soll im Oktober vor einem Gericht in Alexandria im US-Staat Virginia beginnen. Der 33-Jährige, der zur Zeit der Anschläge in Haft saß, bestreitet die Vorwürfe.

"20. Mann"

Die Anklage wirft dem Franzosen marokkanischer Abstammung "Verschwörung mit Osama bin Laden und der El Kaida zur Ermordung tausender unschuldiger Menschen in New York, Virginia und Pennsylvania" vor. Darüber hinaus werden ihm Verschwörung zum Terrorismus, zur Zerstörung von Flugzeugen, zum Einsatz von Flugzeugen als Massenvernichtungswaffen und zur Ermordung von US-Beamten zur Last gelegt.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Moussaoui verdiene die Todesstrafe, weil er "die höchste Zahl von Todesopfern in der Geschichte der Vereinigten Staaten, die von einer Straftat verursacht wurde", zu planen geholfen habe.

Moussaoui, der als möglicher "20. Mann" der Anschläge gilt, war am 17. August wegen Verstoßes gegen die Einreisebestimmungen festgenommen worden. Der Franzose fiel auf, weil er Flugstunden genommen, sich über das Versprühen von Schädlingsbekämpfungsmitteln aus Flugzeugen informiert und Flugtrainingsvideos gekauft hatte. (APA/AP)

Share if you care.