Patriarchale Denkschemata

27. März 2002, 13:22
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Wo der Doktor(titel) nur männlich gedacht wird

In letzter Zeit häufen sich in Marias Postfach Briefe, die an "Herrn Dr. Maria Müller" adressiert sind. Dabei handelt es sich ausschließlich um Marketing-Schreiben, die sie, besser gesagt ihr vermeintliches männliches Ich, als Abonnent, Teilhaber oder sonstwie Interessierten gewinnen möchten. Da werben die Zürcher Zeitung, die Frankfurter Allgemeine, American Express, Casinos Austria und diverse Börsen-Anleger.

"Sehr geehrter Herr", beginnen die werblichen Schreiben allesamt, deren Schirmherrenschaft sich bekannterweise als seriös, gebildet oder zumindest kaufstark darstellt und sich mit ebensolcher Klientel umgeben will. Mit rein männlicher Kundschaft? Oder sind die konservativ-kapitalistischen Werber so in ihren phallischen Denkstrukturen gefangen, dass sie sich akademische Würden lediglich bei Männern vorstellen können?

Wenn dem nicht so ist, dann besteht noch die Möglichkeit des Irrtums. Beim ersten Mal wurde der Datensatz dem falschen Geschlecht zugeordnet und dann weiterverkauft, weiter und weiter... Und keinem der sich für seriös und gebildet Haltenden bemerkt es. Schön blöd... (dabu)

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