Getötete UN-Beobachter: Schuldfrage unklar

27. März 2002, 16:29
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Palästinenser: Israel verantwortlich - Israel: Palästinensischer Überfall auf Türken und Schweizerin

Hebron/Bern - Bei zwei im Bereich der Stadt Hebron (Westjordanland) getöteten UN-Beobachtern handelt es sich nach israelischen und palästinensischen Angaben um einen Türken und eine Schweizerin. Zunächst war die Rede von zwei Norwegern gewesen. Das Außenministerium in Bern bestätigte am Dienstagabend, dass eine der Getöteten Schweizerin sei. Nach israelischen Medienberichten war auch ein dritter Insasse, der bei dem Zwischenfall leichte Verletzungen erlitt, türkischer Herkunft.

Während israelische Medien von einem Überfall palästinensischer Extremisten berichteten, warf die Palästinensische Autonomiebehörde Israel in einer Stellungnahme vor, für den Zwischenfall verantwortlich zu sein. Die Beobachter von der internationale TIPH-Gruppe seien von Soldaten im israelisch kontrollierten Teil Hebrons erschossen worden. Auch aus dem palästinensischen Krankenhaus in Hebron verlautete, die beiden seien von israelischen Geschossen getroffen worden. Die Autonomiebehörde verlangte eine internationale Untersuchung der israelischen Militäraktionen in den Palästinensergebieten.

Die UNO-Beobachter fuhren auf einer von jüdischen Siedlern benützten Strasse. Sie sind die ersten ausländischen Beobachter, die seit Ausbruch der zweiten Intifada im September 2000 getötet wurden.

Israel hatte nach einem Abkommen vom Jänner 1997 seine Truppen zu großen Teilen aus Hebron abgezogen. Das TIPH hat seither 120 unbewaffnete Beobachter in Hebron stationiert, die aus Norwegen, Italien, Dänemark, Schweden, der Türkei sowie der Schweiz kommen. An dieser internationalen Beobachtermission unter norwegischer Führung sind insgesamt acht Schweizerinnen und Schweizer beteiligt. (APA)

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