Wien: Bürgschaftsaktion für Klein- und Mittelbetriebe

26. März 2002, 20:25
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Stadt greift neuen Kreditvorschriften vor

Wien - Das, was sich hinter dem Begriff "Basel II" verbirgt, könnte angehende Klein- und Mittelunternehmer hart treffen: Denn treten die neuen Eigenmittelvorschriften für Banken im Jahr 2005 oder 2006 in Kraft, müssen sich die Geldinstitute dem international üblichen Ratingsystem unterwerfen. Was zur Folge hat, dass vor allem Klein- und Mittelbetriebe mit ihrer meist schwierigeren Bilanzdokumentation und der geringeren Eigenkapitalausstattung mit höheren Risikoaufschlägen bewertet werden.

Die Stadt Wien will daher schon jetzt gegensteuern: Finanzstadtrat Sepp Rieder (SP) kündigte am Dienstag eine "Bürgschaftsaktion" der Kommune an - schon ab Mitte April soll es für Klein- und Mittelbetriebe eine 100-prozentige Haftung für Betriebsmittel- und Investitionskredite geben. Einzeldarlehen werden bis zu einer Höhe von 250.000 Euro gesichert. Die maximale Laufzeit beträgt fünf Jahre. Die Kosten für die Kreditnehmer betragen ein Prozent der Kreditsumme als Prüfentgelt und dazu kommt eine jährliche Provision.

Die Bürgschaften im Rahmen dieser Aktion "Euro-Haftung 100" werden von der Wiener Kreditbürgschaftsgesellschaft (WKBG) zur Verfügung gestellt.

"Da mag sich vielleicht die Frage stellen, ob die öffentliche Hand Wirtschaftsbetriebe überhaupt so direkt unterstützen darf - aber Geld ist kein originäres Produkt", argumentiert Bernd Riessland, Geschäftsführer des Wirtschaftsförderungsfonds. Und Rieder betont: "Gerade jetzt, wo es erste vorsichtige Anzeichen einer Konjunkturbelebung gibt, hätten Einschränkungen im Kreditwesen eine fatale Wirkung auf die Investitionstätigkeit." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.3.2002, frei)

Nähere Infos: WKBG
Am Modenapark 2, 1030 Wien
[TEL]: (01) 712 52 59
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