Mazedonien: Feuergefecht zwischen Albanern

26. März 2002, 19:08
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Mindestens zwei Tote

Skopje/Belgrad - Nach längerer Waffenruhe ist es in Mazedonien wieder zu schweren Feuergefechten gekommen. Nahe dem vorwiegend von Albanern bewohnten Dorf Mala Recica sind fünf Menschen verletzt und mindestens zwei getötet worden. Zeugen berichten von Maschinengewehrfeuer, das fast eine Stunde angehalten habe.

Es handle sich um einen Konflikt zwischen verschiedenen albanischen Untergrundgruppen, sagte ein Vertreter der Nato nach der Besichtigung des Schlachtfelds.

Radikale Albaner beschuldigen die mazedonische Regierung, sich an das vom Westen vermittelte Abkommen, das der albanischen Bevölkerung mehr Rechte garantiert, nicht zu halten. Albanischen Politikern werfen sie vor, nicht genug gegen die "Unterdrückung" der Albaner zu unternehmen. Mazedonische Medien berichten, dass die Albanische "Nationale Befreiungsarmee" (ANA) vor wenigen Tagen mehrere Dörfer zum "befreiten Territorium" erklärte habe. Kommandant der ANA, Hekuran Aslami, soll "alle ehrwürdigen" Albaner aufgerufen haben, wieder zu den Waffen zu greifen, und eine Frühlingsoffensive in Mazedonien, Südserbien und einem Teil Montenegros angekündigt haben.

(DER STANDARD, Printausgabe, 27.3.2002)
STANDARD-Korrespondent Andrej Ivanji
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