Proteste gegen saudischen Friedensplan

26. März 2002, 17:20
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Demonstrationen in Ägypten, Syrien und Irak - "Palästinenser brauchen Befreiung durch die Waffe"

Kairo - Einen Tag vor Beginn des Gipfels der Arabischen Liga haben in Ägypten mehrere tausend Studenten gegen den Friedensplan des saudischen Kronprinzen Abdullah protestiert. Etwa 10.000 Demonstranten versammelten sich auf dem Gelände von zwei Universitäten in Kairo und forderten die arabischen Regierungen auf, den Aufstand der Palästinenser mit Gewalt zu unterstützen. Auch im Irak und Syrien kam es zu Protesten.

Die Studenten der Universitäten Menufia und Sagasig erklärten, die Palästinenser bräuchten eine "Befreiung durch die Waffe, nicht durch eine saudische Initiative". Beide Demonstrationen fanden auf dem jeweilen Campus statt; Berichte über Zusammenstöße mit der Polizei gab es nicht. In dem bisher nur bruckstückhaft bekannt gewordenen Vorschlag Abdullahs wird Israel eine Normalisierung der Beziehungen zu den arabischen Nachbarn in Aussicht gestellt, wenn es sich aus den 1967 eroberten Gebieten komplett zurückzieht. Dies lehnt die Regierung in Jerusalem allerdings ab.

Journalistendemonstration in Bagdad

In Bagdad forderten mehrere hundert Journalisten die arabischen Regierungschefs auf, gemeinsam den palästinensischen Aufstand zu unterstützen. Die Demonstranten der irakischen Journalistengewerkschaft verbrannten außerdem amerikanische Flaggen und griffen Israel heftig an. In Syrien kritisierte die radikale Demokratische Front für die Befreiung Palästinas den Friedensplan Abdullahs, weil er den Widerstand der Palästinenser nicht aufgreife. In einer Stellungnahme erklärte die Organisation, die Gipfelteilnehmer sollten sich vielmehr auf die Resolutionen der Vereinten Nationen stützen, die einen Rückzug Israels aus besetzten Gebieten, den Aufbau eines palästinensischen Staates und die Rückkehr der Flüchtlinge vorsehen.

Die radikale Hamas forderte die Gipfelteilnehmer auf, die Palästinenser zu unterstützen mit dem Ziel, die israelischen Besatzer zu besiegen. Die Sprache des Dialogs habe zu keinem Ergebnis geführt, daher sei der Widerstand für die Palästinenser die einzige Möglichkeit, für ihre Rechte zu kämpfen, hieß es in einer Stellungnahme in Damaskus. (APA/AP)

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    Auch in der Yemenitischen Hauptstadt Sanaa demonstrierten Tausende um die Intifada zu unterstützen

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