US-Energieminister ließ sich ausschließlich von Industrie beraten

26. März 2002, 16:31
1 Posting

Umweltgruppen laut auf richterlichen Druck veröffentlichter Unterlagen nicht berücksichtigt

Washington (APA/dpa) - Bei der Formulierung der überwiegend auf Öl- und Atomstrom basierenden Energiepolitik hat sich US-Energieminister Spencer Abraham im vergangenen Jahr ausschließlich von 36 Industrievertretern beraten lassen. Umwelt- und Verbrauchergruppen sind nicht berücksichtigt worden. Dies geht aus den Unterlagen hervor, die das Ministerium am Montagabend (Ortszeit) auf richterlichen Druck veröffentlichte.

Neben zahlreichen Umweltgruppen verlangt auch die Aufsichtsbehörde des Kongresses (GAO), dass die Regierung enthüllt, wen sie vor der Veröffentlichung des Energie-Weißbuchs im vergangenen Frühjahr konsultiert hat. Die Kritiker argwöhnen, dass Industrie und besonders großzügige Wahlkampfspender ungebührlich starken Einfluss auf die Beratungen ausgeübt haben. Die Arbeitsgruppe unter Vizepräsident Richard Cheney hatte empfohlen, mehr Öl vor den amerikanischen Küsten und im Naturschutzgebiet von Alaska zu fördern und zahlreiche Atomkraftwerke zu bauen.

In den nun veröffentlichten Unterlagen sind nach Presseberichten weite Passagen unleserlich gemacht worden. Außerdem fehlten Anhänge. Die Umweltgruppen, die auf Herausgabe geklagt hatten, kündigten weitere gerichtliche Schritte an.

Während sich Abraham dem richterlichen Druck gebeugt hat, hat das Weiße Haus die Klage der Aufsichtsbehörde angefochten. Der Regierung müsse erlaubt sein, sich hinter verschlossenen Türen beraten zu lassen, ohne dass die vertraulichen Gespräche später publik gemacht würden. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Spencer Abraham

Share if you care.