Italien ersucht Schweiz um Auslieferung Rote Brigaden-Terrorist

26. März 2002, 16:15
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Nicola Bortone könnte in Verbindung mit Attentaten auf Biagi und D'Antona stehen

Bern/Genf/Rom - Italien hat die Schweiz ersucht, den mutmaßlichen Aktivisten der Neuen Roten Brigaden, Nicola Bortone, auszuliefern. Das formelle Gesuch war nötig geworden, nachdem der am 10. März in Zürich verhaftete Bortone seine Auslieferung abgelehnt hatte. Das Justizministerium teilte am Dienstag in einem Kommunique mit, Italiens formelles Auslieferungsersuchen am Vortag erhalten zu haben. Der 45-jährige Bortone gilt als einer der Gründer der Neuen Roten Brigaden.

Das Justizministerium hatte Bortone im Oktober 1998 auf Grund eines internationalen Fahndungsersuchens zur Verhaftung ausgeschrieben. Die Zürcher Kantonspolizei verhaftete Bortone dann am 10. März. Seither ist er in Auslieferungshaft. Das Justizministerium hat das Ersuchen aus Italien an den Kanton Zürich weitergeleitet. Das Auslieferungsersuchen stütze sich auf einen römischen Haftbefehl vom 12. September 1989. Bortone werde darin der Förderung, Bildung und Organisation einer umstürzlerischen Vereinigung und einer bewaffneten Gruppe bezichtigt, teilte das Justizministerium weiter mit. Wegen dieser Delikte sei Bortone am 18. September 2001 in Abwesenheit zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die Roten Brigaden wurden 1973 gegründet. Auf ihr Konto gehen mehrere Mordanschläge in den 70er und 80er Jahren, unter anderem auch die Entführung und Ermordung von Aldo Moro, des früheren italienischen Regierungschefs und Parteivorstands der Christdemokraten.

Die Neuen Roten Brigaden haben 1999 nach eigenen Angaben den Abgeordneten Massimo D'Antona ermordet. Vor einer Woche wurde der Regierungsberater Marco Biagi in Bologna erschossen. Auch zu diesem Anschlag bekannten sich die Neuen Roten Brigaden. (APA/sda/ANSA)

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