Ditz warnt vor Euphorie bei Sanierung

26. März 2002, 15:52
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Scheidender AUA- Aufsichtsratschef gegen Beteiligung an Reisebüros oder Catering

Wien - Der Noch-Aufsichtsratchef der Austrian Airlines (AUA), Johannes Ditz, warnt vor vorschneller Euphorie bezüglich des Sanierungskurses der AUA. "Wir haben immer noch ein ordentliches Stück des Weges vor uns - es reibt sich noch einiges", zitiert das Wirtschaftsmagazin "trend" den scheidenden Vorstand der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG. Ditz soll bei der nächsten AUA-Hauptversammlung am 8. Mai abgelöst werden.

Auch der im Vorjahr bestellte neue AUA-Vorstand Vagn Sörensen schätzt die Finanzsituation der AUA offenbar als ernster ein als bei Dienstantritt befürchtet: "Die finanzielle Situation des Unternehmens hat sich aus heutiger Sicht schlechter als ursprünglich angenommen dargestellt", zitiert das Magazin den AUA-Chef.

Flugzeugverkäufe

Die Warnung von Aufsichtsratschef Ditz bezieht sich insbesondere auf Sörensens Plan, die AUA-Bilanz durch Flugzeugverkäufe zu sanieren. Die so genannten "Leerkosten" durch in der jetzigen Krise nicht benötigten 15 Flieger würden in der AUA-Bilanz mit minus 65 Mill. Euro jährlich zu Buche schlagen, einer der größten Belastungsposten nach den Zinszahlungen von rund 95 Mill. Euro durch den hohen Fremdkapitalanteil. Ditz setzt auf Geduld, nachdem immerhin drei Flugzeuge schon verkauft und sechs verleast wurden: "Wir können zur Zeit keine Flugzeuge mehr verkaufen, der Markt ist in einem Wellental - da ist halt ein längerer Atem notwendig".

Das dürfte laut "trend" auch einen weiteren Sanierungsschritt Sörensens betreffen: Die Umstellung der Leasing-Finanzierung der AUA-Flieger. Bankanalysten seien diesbezüglich skeptisch: Einerseits sei nicht sicher, ob Hersteller und Leasingfirmen einer solchen Regelung überhaupt zustimmen würden. Andererseits könnten die dadurch steigenden operativen Kosten den Vorteil der Schuldenreduktion schnell wieder zunichte machen.

"Beteiligungspolitik überprüfen"

Der Auftrag des Aufsichtsrates an den Vorstand zur Sanierung betrifft offensichtlich auch einige von der AUA gehaltene Firmenbeteiligungen. Johannes Ditz: "Wir müssen die Beteiligungspolitik überprüfen - ob man da nicht Ballast über Bord werfen kann. Wir brauchen keine Beteiligung an Reisebüros oder Catering". (APA)

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