UNICEF: Israelis und Palästinenser nehmen Tod von Kindern in Kauf

26. März 2002, 15:38
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Fast 270 Minderjährige seit Beginn der zweiten Intifada getötet

Genf/Köln - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF hat Israelis und Palästinensern vorgeworfen, bei ihren Auseinandersetzungen den Tod von Kindern bewusst in Kauf zu nehmen. Die Suche nach einem Waffenstillstand im Nahen Osten müsse mit einer Vereinbarung beginnen, Kinder aus dem Kreuzfeuer der Gewalt herauszuhalten, forderte der Geschäftsführer von UNICEF-Deutschland, Dietrich Garlichs, am Dienstag in Köln. Kindergärten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen müssten als "Friedenszonen" geachtet werden.

Nach Angaben von UNICEF wurden seit Beginn der zweiten Intifada Ende September 2000 bisher 48 israelische und 220 palästinensische Kinder und Jugendliche getötet. Mehr als 7000 palästinensische Kinder seien zum Teil schwer verletzt worden. Auch wenn Fernsehbilder palästinensische Jugendliche immer wieder beim Straßenkampf zeigten, so seien sie doch in erster Linie Opfer des Konflikts. "Derzeit sterben im Nahostkonflikt mehr Kinder als je zuvor. Der Extremismus der Erwachsenen hinterlässt eine verlorene Generation junger Menschen, die von der andauernden Gewalt traumatisiert ist", betonte Garlichs.(APA)

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