Verstimmung zwischen Dänemark und Schweden

26. März 2002, 15:41
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Minister-Schlagabtausch wegen Ausländergesetz - Dänen wollen Altersuntergrenze für Zuzug aus allen Ländern

Kopenhagen/Stockholm - Das in Dänemark geplante neue Ausländergesetz hat am Dienstag zu einem kuriosen Schlagabtausch zwischen der schwedischen Integrationsministerin Mona Sahlin und ihrem dänischen Ressortkollegen Bertel Haarder geführt. Das Gesetz, das den so genannten "Heiratsimport" aus Entwicklungländern im Visier hat, sieht unter anderem eine Altersuntergrenze von 24 Jahren für nach Dänemark ziehende Lebenspartner vor. Das soll auch für EU-Bürger gelten, die noch kein Arbeitsverhältnis in Dänemark haben, schreibt die schwedische Tageszeitung "Dagens Nyheter" in ihrer Online-Ausgabe.

Sahlin hatte in der schwedischen Presse zunächst Verwunderung über das geplante Gesetz geäußert, weil die Altersregelung "anscheinend auch junge Schweden betreffen könnte". Sahlin werde die Angelegenheit prüfen, und gegebenenfalls auch mit dem zuständigen dänischen Minister Haarder besprechen. Sahlin bezeichnete Zeitungsberichten zufolge die geplante dänische Regelung als "fremdenfeindlich und unverständlich".

Haarder zeigte indes wenig Verständnis für seine schwedische Ministerkollegin. "Es steht elendiglich um die Integration in Schweden, ich denke sie sollte sich auf die schwedischen Probleme kümmern. Unser Ziel ist, es besser als in Schweden zu machen", wird Haarder in der Online-Ausgabe der dänischen Tageszeitung "Berlingske Tidende" zitiert. Sahlin könne gerne nach Dänemark kommen, sagte Haarder. Er könne ihr einige gute Tipps geben. Zur Altersgrenze sage Haarder: "Alle Menschen werden 24, wenn sich ein Paar ausreichend liebt, dann werden sie einander zum Schluss schon bekommen."

Der Gesetzesvorschlag sieht für den Zuzug eines nicht-dänischen Lebenspartners nach Dänemark nach Angaben der dänischen Zeitung "Berlingske Tidende" folgende Bedingungen vor: Beide Lebenspartner müssen mindestens 24 Jahre alt sein, der dänische Lebenspartner muss über ein Vermögen von "mindestens 50.000 Kronen" (6.726 Euro) verfügen und der zuziehende Partner "eine starke Verbindung zu Dänemark" haben. (APA)

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    graphik: derstandard.at
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