Das Leben als Nummer zwei

26. März 2002, 17:32
2 Postings

Michael Schumacher überstrahlt bei Ferrari alles. Wie geht Rubens Barrichello vor seinem Heim-GP in Interlagos am Sonntag damit um?

München - Und wieder einmal steht für Rubens Barrichello ein Heim-GP (Sonntag in Interlagos) vor der Tür. Die Rennen in Brasilien sind für Barrichello bisher eher unglücklich gelaufen. Diesmal muss der zumeist im Schatten Michael Schumachers stehende Barrichello mit dem Vorjahreswagen Vorlieb nehmen, während der Weltmeister erstmals in dieser Saison mit dem neuen Boliden antreten wird. Ein typisches Nummer 2-Schicksal. Wie wird ein zweifellos schneller Fahrer mit der Dominanz Schumis fertig?

Durchhalteparolen: "Wenn ich meine Arbeit bis ins letzte Detail perfekt mache, kann ich Michael bezwingen", sagte der 29-Jährige im Interview der Fachzeitschrift "motorsport aktuell". "Ich ziehe mein Ding durch. Ich kümmere mich nicht wirklich darum, was Michael macht."

Der Glaube stirbt zuletzt

"Nur das Ziel vor Augen zu haben, Michael zu schlagen, ist falsch", meinte der Südamerikaner. Schumacher sei verflixt schnell und arbeite sehr zielorientiert. Die Verlockung, den Stil des Deutschen zu kopieren, sei groß. "Doch stattdessen sollte man sich auf seine Arbeit konzentrieren. Ich glaube an meinen Speed und an mein Können, und ich arbeite mit sehr guten Leuten zusammen."

Die vermeintliche Ungleichbehandlung der beiden Ferrari-Fahrer vor dem diesjährigen Grand Prix stieß in Brasilien überraschend auf großes Verständnis. Die Ferrari-Strategie sei in Ordnung, hieß es in Kommentaren der Zeitungen "Lance" und "Estado". "Barrichello ist da, um dem Team zu helfen", wurde Ex-Weltmeister Nelson Piquet zitiert.

Low Profile

Barrichello will diesmal weniger unter Druck setzen als in den Vorjahren. "Ich hatte bei meinem Heimrennen bisher wenig Glück. Doch ich möchte mich davon nicht beeinflussen lassen. Ich habe ein schnelles Auto und bin gut vorbereitet", versicherte er. Er wolle keine Prognosen abgeben, sondern "nur nach Brasilien reisen und mein Bestes geben". Früher habe er im Vorfeld des Rennens oft zu viel versprochen und damit Hoffnungen geweckt, der er am Ende nicht habe erfüllen können.

Gerüchte in Italien, wonach er am Saisonende als Ferrari- Pilot abgelöst werden soll, nahm Barrichello gelassen. "Wenn die Zeit dafür reif ist, werden wir das Gespräch suchen." (red/APA/dpa)

Share if you care.