Das Vinzitel

26. März 2002, 14:21
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Ein "Hotel" der katholischen Vinzenz Gemeinschaft für obdachlose Österreicherinnen und Österreicher

Petra Orville, die Projektverantwortliche ist die Einzige, die bei diesem Projekt angestellt ist, alle anderen, und das sind immerhin bei die 300 Personen, arbeiten ehrenamtlich in ihrer Freizeit mit. "Das ist wunderbar, was da heraus gekommen ist. Seit einem halben Jahr arbeitet die Vinzenz Gemeinschaft Leopoldinum am Konzept des Vinzitel, und heute ist unser erster offener Tag!" schwärmt sie.

Österreichische StaatsbürgerInnenschaft und Bedürftigkeit, ...

... das sind die Voraussetzungen, um für einen symbolischen Beitrag von 1 EURO die Nacht hier verbringen zu können. "Auch wenn wir mal jemanden hier übernachten lassen, der es gar nicht so dringend benötigt, ist das o.k." meint Petra Orville auf die Frage, wie denn die BesucherInnen in Zukunft ausgewählt werden sollen. "Grundsätzlich ist es für Österreicher. Immer heißt es, der Pfarrer Pucher (Pfarrer von St. Vinzenz und Initiator etlicher Obddachlosenprojekte, Anm.d.Red.) und seine Ausländer... Jetzt wollten wir mal was gezielt nur für Österreicher machen. Die Ausländer können sich außerdem ans Vinzinest (Öffungszeiten 18.00 - 07.00 Uhr) wenden."

Enstanden sei das Projekt auch aus der Wahrnehmung heraus, dass es keine Einrichtungen für Obdachlose gibt, die den ganzen Tag hindurch Aufnahme hat, "Sprich 24 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr." erklärt Orville. Außerdem gäbe es auch noch keine Unterkünfte für Pärchen, die müssten dann immer in der Nacht auseinander und in getrennten Heimen unterkommen. "Und wir wollten auch ein wenig Luxus anbieten, schöne Schlafsäle, ein gutes Frühstück und Zweibettzimmer, damit die Menschen auch mal zur Ruhe kommen können. Und neue Kraft tanken."

Dekoration und Betreuung ehrenamtlich

"Finanziert wurde das ganze von der Vinzenz Gemeinschaft, dem Magistrat Graz und etlichen privaten Spenden. Die Dekoration, die das ganze Haus schmückt, hat eine Klasse der Pädagogischen Akademie Hasnerplatz gestaltet, damit die Räume auch gleich viel freundlicher aussehen."

"Wir arbeiten natürlich mit Begleitvereinbarungen. Wenn jemand ins Vinzitel kommt, dann machen wir uns erst einmal einen Termin aus, wie lange er bei uns voraussichtlich bleiben wird. Wenn dann etwas adäquates gefunden worden ist, muss er ausziehen. Grundsätzlich gibt es aber keine zeitliche Begrenzung."

(e_mu)

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