Swiss: Allianz mit American Airlines

26. März 2002, 15:23
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Neue Schweizer Fluggesellschaft fliegt ab Ostern - Langfristig Beitritt zur Flugallianz Oneworld angestrebt

Zürich - Die neue nationale Schweizer Fluggesellschaft Swiss geht nach eigenen Angaben vom Dienstag eine "intensive Allianz" mit American Airlines ein. Das bedeutet noch keinen Vollbeitritt zu der von American mitbegründeten Flugallianz "Oneworld", den Swiss aber anstrebt, wie die Gesellschaft am Dienstag mitteilte.

1,1 Milliarden Franken Verlust

Swiss, die als de facto-Nachfolgerin der zusammengebrochenen Swissair am 31. März den Betrieb aufnimmt, rechnet in diesem Jahr mit einem Verlust in Höhe von 1,1 Mrd. Franken (753 Mill. Euro). Im nächsten Jahr soll aber bereits die Gewinnschwelle erreicht werden. Crossair-Chef Andre Dose will Swiss nicht als Rechtsnachfolgerin der Swissair verstanden wissen. Swiss erhielt von Bund, Kantonen und Städten sowie der Schweizer Privatwirtschaft 2,7 Mrd. Franken Eigenmittel. Sie betreibt neben der Crossair-Regionalflotte 52 Mittel- und Langstreckenflugzeuge.

Ziel Oneworld

Nach dem Wunsch von Dose soll Swiss noch in diesem Jahr der Oneworld-Allianz beitreten. "American wird unser Transatlantikpartner und wir streben eine Vollmitgliedschaft bei Oneworld noch in diesem Jahr an", sagte er in einem Interview. Neben dem weit gehenden Code Sharing wollen Swiss und American auch beim Vielfliegerprogramm zusammen arbeiten. American Airline ist die größte Fluggesellschaft der Welt. Die Vereinbarung solle "bald" in Kraft treten, erklärte Swiss.

Neben American sind British Airways und Cathay Pacific Mitglieder der Oneworld-Allianz, die insgesamt acht Mitglieder umfasst. Ein voller Beitritt zu Oneworld setze bilaterale Verträge mit anderen Partnern voraus. In Branchenkreisen hatte es wiederholt geheißen, ein Vollbeitritt von Swiss könnte zunächst auf den Widerstand von British Airways stoßen, die auf den Strecken zwischen der Schweiz und London Swiss als den größten Konkurrenten betrachtet. Es seien auch Einsprüche der Wettbewerbshüter und von Konkurrenten denkbar.

Der Prozess der bilateralen Abkommen sei schon weit fortschritten. Falls der Vollbeitritt nicht zustande komme, gebe es noch andere Alternativen, erklärte Swiss weiter. Wenn möglich, wolle Swiss aber mit dem Winterflugplan Mitglied von Oneworld sein. Swiss hatte auch mit der SkyTeam-Allianz von Air France und Delta Air Lines sowie der Star-Allianz verhandelt, an der die Lufthansa und Austrian Airlines-Gruppe beteiligt ist.

Flotte wird erneuert

Swiss kündigte zudem eine Erneuerung der Langstreckenflotte an. 13 Flugzeuge vom Typ MD-11 des US-Herstellers Boeing sollen durch neue Airbus A340-300S von EADS ersetzt werden. Das bedeutet, dass Swiss in einigen Jahren noch zwei Flugzeugtypen betreiben wird: Embraer für die Kurzstrecke und Airbus für die anderen Linien. Dose sagte, dass Swiss 400 bis 500 Mill. Dollar (bis 571 Mill. Euro) in bar für insgesamt 17 neue Maschinen zahlen werde. (APA/Reuters)

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