US-Mäzen ermöglicht neues Sensorlabor an TU Wien

26. März 2002, 12:17
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Mehrere Sensoren auf einem Chip - "Lab-on-a-chip"

Wien - Im Gegensatz zum anglo-amerikanischen Raum ist in Österreich Mäzenatentum im Wissenschaftsbereich praktisch nicht vorhanden. Nun hat die Millionenspende eines US-Unternehmers die Errichtung eines neuen Laboratoriums an der Technischen Universität (TU) Wien ermöglicht.

Kern Sibbald, Mitbegründer des US-Konzerns Autodesk, ein weltweit führender Hersteller für Konstruktions- und Multimedia-Software, hat 291.000 Euro (vier Mill. S) zu den Errichtungskosten des neuen Sensortechnologielabors beigetragen, das am Donnerstag (28. März) am Institut für Industrielle Elektronik und Materialwissenschaften der TU Wien eröffnet wird.

"Lab-on-a-chip" - das ist die Herausforderung, der sich die zehn Wissenschafter des 120 Quadratmeter großen neuen Labors stellen wollen. Messungen, für die man vor ein paar Jahren noch ein ganzes Laborzimmer mit mehreren Geräten benötigt hat, sollen künftig auf einem fünf mal zehn Millimeter großen Silizium-Chip durchgeführt werden können. Die Abmessungen der Funktionsgruppen, also der eigentlichen Sensoren, auf dem Chip liegen bei einigen Mikrometern (Tausendstel Millimeter).

Durch diese extrem Kleinheit der Sensoren werden nur sehr kleine Probenmengen für die Analyse benötigt. Und die Messungen können dadurch bedeutend schneller durchgeführt werden. Die Miniaturisierung hat auch den Vorteil, mehrere Sensoren zur Messung verschiedenster Größen auf dem Chip unterzubringen - also ein ganzes Labor auf einem Chip.

"Unser Ziel ist es aber auch, Technologien zu entwickeln, mit denen Sensoren in großer Stückzahl und dadurch billig hergestellt werden können", erklärt Labormitarbeiter Johannes Schalko im Gespräch mit der APA. Dazu bedient man sich jener Technologien, die derzeit vor allem zur Herstellung von Halbleiterbauelementen wie Computerchips verwendet werden. (APA)

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