Briten in Afghanistan bereiten sich auf Bergkämpfe vor

26. März 2002, 12:06
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Vorhut von 1.700 Marineinfanteristen gelandet - Einsatz ab Mitte April

Bagram - Mit einer massiven Truppenverstärkung in Afghanistan will Großbritannien gegen die letzten versprengten Freischärler des gestürzten Taliban-Regimes vorgehen. Auf dem Stützpunkt Bagram landete am Dienstag eine 100-Mann-Vorhut von 1.700 Marineinfanteristen, die bis Mitte April erwartet werden. Transportflugzeuge brachten auch fünf Militärhubschrauber des Typs "Chinook" und Artilleriegranaten nach Bagram. Die Marineinfanteristen sollen die US-Streitkräfte bei ihrem Feldzug gegen Reste der Taliban und El Kaida im Osten Afghanistans unterstützen.

"Sie werden sehen, dass meine Einheiten so etwa in den nächsten zehn Tagen hier einfliegen", sagte am Dienstag der britische Brigadegeneral Roger Lane, der drei Marinebrigaden befehligt. Er gehe davon aus, dass seine Leute von etwa Mitte April an einsatzfähig seien. Ein Teil der Soldaten absolvierte ein Spezialtraining am Polarkreis in Norwegen. Die Briten werden dem Kommando von US-General Frank Hagenbeck unterstellt; Leno hat allerdings ein Vetorecht bei Einsätzen, die er nicht für angemessen hält.

Die Anwesenheit der Kampftruppen werde die Sicherheit der britischen Soldaten als Teil der internationalen Schutztruppe im Großraum Kabul nicht beeinträchtigen, sagte Lane. "Wir haben eine völlig davon getrennte Aufgabe", sagte der General. Großbritannien hat derzeit die Führung der internationalen Schutztruppe inne, die mit einem Mandat der Vereinten Nationen die Arbeit der Interimsregierung absichern soll.

Die Regierung in London hatte vor einer Woche überraschend angekündigt, 1.700 weitere Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Das ist die größte britische Truppenverlegung seit dem Golfkrieg vor elf Jahren. Die USA begannen ihren Krieg in Afghanistan am 7. Oktober. Sie machen die El Kaida und ihren Chef Osama bin Laden für die Anschläge am 11. September in New York und Washington verantwortlich. Den Taliban werfen sie vor, mit Bin Laden verbündet zu sein. Großbritannien hat den US-Einsatz von Anfang an auch militärisch unterstützt.(APA/AP/Reuters)

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