Zeiler: Magere Zeiten noch nicht vorbei

26. März 2002, 12:04
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Werbeflaute im 1. Quartal 2002 noch spürbar - Programmoffensive im Herbst

Die mageren Zeiten im Fernsehen sind nach Ansicht von RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler noch nicht vorbei. "Die Werbeflaute, verursacht durch die rückläufige Konjunktur und die Anschläge vom 11. September, wirkt sich auch noch im ersten Quartal dieses Jahres aus", sagte der 46-jährige Chef des deutschen TV-Marktführers in einem dpa-Gespräch. "Wer jetzt die weitere Entwicklung zu beurteilen glaubt, ist mehr ein Scharlatan als ein Visionär."

RTL habe auch der Ausfall des US-Unternehmens Procter & Gamble, das keine Werbespots mehr schalte, im Bruttogeschäft getroffen - bei den Nettoerlösen schneide der Sender aber nicht schlechter als die Konkurrenz ab.

Programmoffensive im Herbst

Zeiler kündigte für den Herbst dieses Jahres eine Programmoffensive an, die besonders den Nachmittag betreffe. "Wir planen ein neues Format für die Zeitschiene zwischen 15.00 und 16.00 Uhr", sagte er. Bisher sendet der zum Bertelsmann-Konzern gehörende Sender um 15.00 Uhr Wiederholungen der Serie "Die Wache", die gegen die starke SAT.1-Konkurrenz mit "Richterin Barbara Salesch" keine Chance haben.

Insgesamt werde sein Sender für das laufende Jahr nicht mehr Geld ausgeben als für 2001. Ob die Investitionen weniger würden, hänge nicht zuletzt von der Werbeentwicklung ab. Beim Vormittagsprogramm hat RTL bereits Einsparungen vorgenommen "und trotzdem höhere Marktanteile erzielt", sagte Zeiler.

Ende der Champions League Übertragungen

Nach derzeitigem Stand wird RTL die Übertragungen der Champions League im nächsten Jahr beenden. "Sollten wir am Ball bleiben wollen, müsste es radikale Veränderungen geben", sagte Zeiler. "Die Champions League muss wieder ein Event werden. 33 Spieltage sind einfach zu viele. Es kann nicht angehen, dass die vierte Wiederholung des "Bullen von Tölz" mehr Marktanteile erzielt als Bayer Leverkusens Sieg in La Coruna. Die Champions League ist auf bestem Weg, ihre eigene Marke zu zerstören." Alternativen gebe es im Programm viele. In der jüngsten Vergangenheit hatte der Kölner Privatsender die Zahl der eigenproduzierten TV-Filme zu Gunsten der Champions League zurückgeschraubt.

Zeiler setzt auf Jauch

Für die Zukunft setzt der Österreicher Zeiler weiterhin auf sein Zugpferd Günther Jauch. Die Rechte an der Ausstrahlung des Erfolgsquiz "Wer wird Millionär?" hat RTL nach Zeilers Angaben bis 2006 sicher. Die Zusammenarbeit mit Moderator Jauch, der für den Sender auch als Produzent auftritt, funktioniere bestens. "Viele Abmachungen treffen wir per Handschlag", ergänzte Zeiler, dessen Vertrag nach vier Jahren Tätigkeit Ende dieses Jahres bei RTL ausläuft. Mit den Gesellschaftern habe er aber bereits Gespräche über die Verlängerung geführt - angepeilt werde eine Fortsetzung mit ihm bis 2005 oder 2006. (APA/dpa)

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