Russlands Menschen- rechtsbeauftragter kritisiert Lage unter Putin

26. März 2002, 12:28
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Verstöße "gegen Rechte der Bürger in allen Bereichen"

Moskau - Der russische Menschenrechtsbeauftragte Oleg Mironow hat die Lage in seinem Heimatland als "weiterhin unbefriedigend" kritisiert. "Gegen die Rechte und die Freiheiten der Bürger wird noch immer in allen Bereichen verstoßen", sagte Mironow in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" (Moskau). Am zweiten Jahrestag der Wahl von Wladimir Putin zum Staatspräsidenten kritisierte Mironow vor allem die Folgen der wirtschaftlichen Not, Gewalt in Tschetschenien sowie Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland.

Jeden Monat erhalte er mehr als 2000 Klagen aus der Bevölkerung, sagte Mironow. Etwa 40 Prozent der russischen Bevölkerung lebe in Armut. "Ihnen bleibt eines der wichtigsten Menschenrechte verwehrt, das Recht auf ein würdiges Leben", kritisierte der vom Präsidenten eingesetzte Beauftragte.

Die staatlich kontrollierten Fernsehsender lobten am Dienstag aus Anlass der "Halbzeit" Putins im Präsidentenamt dessen Sozial- und Wirtschaftsreformen als Ausweg aus der Krise. Putin war am 26. März 2000 nach dem überraschenden Rücktritt von Boris Jelzin zum neuen Präsidenten gewählt worden. Putin genießt bei der Mehrheit der russischen Bevölkerung bis heute hohes Ansehen.(APA/dpa)

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