Afrikanische Staatschefs verabschieden Demokratie-Erklärung

26. März 2002, 16:18
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NEPAD als Marshall-Plan für den Kontinent und Signal an westliche Investoren

Abuja/Nairobi - Mit einer "Erklärung für Demokratie" haben 21 afrikanische Staatschefs am Dienstag ein Signal an westliche Investoren gesendet. Zum Abschluss eines zweitägigen Gipfeltreffens in der nigerianischen Hauptstadt Abuja legten sie mit der Gründung eines Komitees zugleich den Grundstein für eine afrikanische Wirtschaftsinitiative, die "Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung" (NEPAD), eine Art Marshall-Plan für den Kontinent als Grundlage für dessen Anschluss an die Weltwirtschaft. Die Initiative wurde im vergangenen Juli auf einem Gipfel der Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) vereinbart. Sie sieht eine Aufbauhilfe vor, die Beobachter mit der Marshallplan-Hilfe (ERP) der USA für das Nachkriegs-Europa vergleichen.

Afrikanische Ökonomen schätzen, dass der arme Kontinent zur Realisierung des Plans jährlich rund 64 Milliarden US-Dollar an Investitionen benötigt, um ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von sieben Prozent zu erreichen. Die Demokratie-Erklärung soll die nötigen westlichen Investoren motivieren. Hauptpunkte des Dokuments sind die Verpflichtung der Unterzeichnerstaaten zu Frieden und Sicherheit, Wirtschaftsreformen, verbesserte Infrastruktur und humanitärer Entwicklung.

Der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo rief die Teilnehmer zu einem Verhaltenskodex auf, der den westlichen Staaten die Entscheidung für verstärkte Entwicklungshilfe erleichtern soll. Das NEPAD-Projekt, das auf dem G-8-Gipfel von Genua angeregt worden war, soll auch auf dem Weltwirtschaftstreffen Ende Juni in Kanada besprochen werden. Vorher sollten sich die afrikanischen Staaten auf eindeutige Voraussetzungen für Finanzhilfen verständigen, sagte Obasanjo und nannte Frieden, Sicherheit sowie stabile Bedingungen für Bankwesen und Landwirtschaft. Auch müssten sich die afrikanischen Staaten auf eine verstärkte Entwicklung des Gesundheits- und Bildungswesens verpflichten.(APA/dpa/AP)

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