Steigendes Werbe-Interesse an den "jungen Alten"

26. März 2002, 11:10
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Generation "50plus" rückt als "Master Consumer" ins Blickfeld

Sie gelten als die vernachlässigte Gruppe in der bunten Werbewelt: Die "50plus-Generation", die über viel Geld verfügende Gruppe der über 50-Jährigen, fristet seit Jahren in einer der Jugend huldigenden Gesellschaft ein Schattendasein. Jetzt erkennen zumindest einige Experten einen allmählichen Wandel, der die "jungen Alten" verstärkt ins Blickfeld der Werber rücken lässt.

Einen Trend in Richtung der "Best Ager", wie die Gruppe auch gerne beschönigend genannt wird, hat jüngst auch eine Untersuchung der Deutschen Direktmarketing Akademie (DDA) in Berlin festgestellt. Unter 20 untersuchten Publikumszeitschriften richtete sich im vergangenen Jahr zwar nur ein knappes Viertel (23 Prozent) der Anzeigen mit ihrer Werbesprache an ältere Konsumenten. Im Vergleich zu 1999 (15 Prozent) bedeutete dies jedoch einen Anstieg von acht Prozentpunkten. Der größte Teil der Anzeigen, die sich an die 50plus- Generation richtete, bewarb Gesundheitsartikel.

"Integrierter Ansatz"

Um diese Gruppe zu erreichen, muss sich die Werbung nach Ansicht von Grey-Werber Michael eines "integrierten Ansatzes" bedienen. "Die Älteren haben immer die Sehnsucht nach der Mitte des Lebens und wollen nicht als Outlaws der Gesellschaft gelten", sagt Michael. Ältere müssten deshalb in Werbespots mit Jüngeren einbezogen werden. "Manche Unternehmen haben das begriffen, andere nicht".

"Kids" mit wachsendem Konsumbedürfnissen

Nicht alle teilen jedoch diese Einschätzung. Bernd Lohse von der Hamburger Werbeagentur Kontor 1 ist der Ansicht, dass die Zielgruppe der Werbung immer jünger werde. Jetzt seien die "Kids" mit ihren wachsenden Konsumbedürfnissen entdeckt worden. Ältere würden weiterhin nur als "Stilmittel" in Spots oder Anzeigen eingesetzt oder man beschränke sich auf die klassischen Bereiche Gesundheit/Wellness oder Finanzdienstleistungen, sagt Lohse, dessen Agentur sich früher selbst speziell um "Best Ager" gekümmert hat. (dpa)

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