Osterhasen als Versuchkaninchen

29. März 2002, 13:28
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15.085 Kaninchen werden in Österreich für Tierversuche "verbraucht"

Labors "verwendet und verbraucht". Deren Realität deckt sich so gar nicht mit der zu Ostern heraufbeschworenen Idylle des Osterhasen, der die Ostereier bemalt und an die Kinder verteilt", so die Tierschutzsprecherin der Grünen, Madeleine Petrovic. An den Kaninchen werden vor allem Schleimhautverträglichkeitstests gemacht. Dabei werden sie in Gestellen fixiert, und es werden ihnen Substanzen ins Auge geträufelt, die zu Reizungen, Verätzungen bis zur völligen Zerstörung des Auges führen. "Kaninchen werden deshalb dafür verwendet, weil sie keine Tränenflüssigkeit entwickeln und ihre Augen die Chemikalien dadurch nicht ausspülen können", so Petrovic.

Unvorstellbare Qualen

Auch die berüchtigten LD-50-Toxizitätstests werden an ihnen in abgewandelter Form durchgeführt. Dabei werden den Tieren giftige Chemikalien zugeführt und es wird getestet, bei welcher Dosierung 50 Prozent der Versuchstiere sterben. Bei diesen Tests erleiden die Tiere unvorstellbare Qualen, denn sie werden systematisch vergiftet: Lähmungen, Muskelzittern, Krämpfe, Speichelfluss sind die Folge. Diese Symptome werden ständig registriert, um die Giftigkeit der Substanzen festzustellen. "Diese Tests werden immer noch durchgeführt, obwohl die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind", kritisiert Petrovic und fordert eine sofortige Abschaffung dieser grausamen Versuche, eine generelle Evaluierung von Tierversuchen und die Förderung von Alternativen zum Tierversuch.

Laut Tierversuchsstatistik des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur haben die Tierversuche von 1999 auf 2000 zugenommen: Im Jahr 2000 befanden sich 165.028 Wirbeltiere im Tierversuch, wobei 585 Tiere aus dem Vorjahr erneut in einen Versuch kamen, sodass sich eine Gesamtanzahl von 165.613 Tieren für das Jahr 2000 ergibt. Demgegenüber wurden im Jahr 1999 131.249 Tiere "verwendet" und 130.644 davon "verbraucht", d.h. dass sie im Labor sterben mussten. (red)

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