"Ich bin das doppelte Bauernopfer"

27. März 2002, 08:39
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Falter: Ex-Haider- Leibwächter Binder kritisiert Ermittlungs- Methoden zur Spitzelaffäre und zeigt sich schwer enttäuscht von der FPÖ

Wien - Die Stadtzeitung "Falter" bringt in ihrer kommenden Ausgabe ein Interview mit dem ehemaligen Leibwächter Jörg Haiders, Horst Binder, gegen den die Justiz noch immer im Zusammenhang mit der Spitzelaffäre ermittelt. Binder, der zur Zeit zusammen mit Lucona-Aufdecker Hans Pretterebner an einem Buch arbeitet, spricht im "Falter" über seine Ansicht des Skandals rund um die Weitergabe geheimer Information, der von den Fahndern seiner Meinung nach "falsch eingeschätzt" wurde, da man "die Vorwürfe besser recherchieren" hätte müssen.

"Die wird es schon gegeben haben" meint der ehemalige Leibwächter des Kärntner Landeshauptmannes zur Spitzelaffäre, weist jedoch jede Schuld von sich. Der Brief, der bei Binder gefunden wurde, mit dem er Ekis-Daten an Haider mit den "besten Grüssen!" übermittelt haben soll, sei "ein Kuckucksei", von dem er immer gesagt habe, dass er "eine Fälschung" sei.

"Doppeltes Bauernopfer"

Binder ärgert sich in dem Interview darüber, dass das Verfahren bereits zwei Jahre dauert, dass es im Gegensatz zu "hohen Politikern" bei ihm jedoch bisher nur zu einer "Teileinstellung" gekommen sei. Er fühle sich als "doppeltes Bauernopfer" und sei von "vielen in der FPÖ schwer enttäuscht", einzig "Jörg Haider und andere 'einfache Parteimitglieder'" hätten immer zu ihm gehalten.

Kritik an den Ermittlungsmethoden

Binder übt im Rahmen des Gespräches auch scharfe Kritik an den Ermittlungsmethoden der Beamten, die mit der Spitzelaffäre betraut sind. Als unterstellter Beamter Strassers wolle er die Arbeit des Innenministers zwar nicht kommentieren, man hätte aber "zunächst die Vorwürfe besser recherchieren müssen", da Binder nicht ausschließe, dass man "die Falschen ins Visier" genommen habe. Binder: "Vielleicht hat man sich auf die falschen Beamten draufgehaut und das Umfeld nicht richtig eingeschätzt". Es wäre laut Binder möglich, dass Leute die FPÖ mit Information versorgt haben, die nun ungeschoren davon kämen. (red)

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Das gesamte Interview erscheint in der kommenden Ausgabe des "Falter"

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