Peres: Saudiarabischer Friedensplan ist eine "Vision"

26. März 2002, 10:01
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Israel in einem "Tunnel ohne Licht"

Peking - Israels Außenminister Shimon Peres hat den saudiarabischen Friedensplan am Dienstag als eine "Vision" für den Nahen Osten bezeichnet, sich aber skeptisch über den Weg zum Erreichen dieser Vision geäußert. Der Plan des saudiarabischen Kronprinzen und Regenten Abdullah sieht einen Rückzug Israels aus den seit 1967 besetzten Gebieten für Frieden mit der arabischen Welt vor. "Wir akzeptieren den Plan als eine Vision", sagte Peres in der chinesischen Hauptstadt Peking, wo er sich seit Montag zu einem Besuch aufhält. "Aber natürlich müssen wir darüber verhandeln." Das Problem des Planes sei, "dass wir nicht genau wissen, mit wem wir verhandeln müssen", fügte er hinzu.

Der Friedensplan soll als Angebot der Arabischen Liga verabschiedet werden, wenn die arabischen Staatschefs am Mittwoch und Donnerstag in der libanesischen Hauptstadt Beirut tagen. Israel befinde sich derzeit in einem Tunnel ohne Licht, "der saudiarabische Vorschlag ist ein Licht ohne Tunnel. Niemand weiß, wie man da hinkommt", sagte Peres, der zusammen mit dem ermordeten Premier Yitzhak Rabin und dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz für eine Verhandlungslösung des Nahost-Konflikts erhalten hatte.

Peres bekräftigte zudem den Standpunkt seiner Regierung, Arafat könne nach Beirut reisen, wenn er zuvor die Bedingungen für einen Waffenstillstand erfülle. Er habe seinen chinesischen Gesprächspartnern gesagt, dass dazu in der israelischen Regierung noch keine Entscheidung gefallen sei. (APA/Reuters)

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    Israels Außenminister Shimon Peres

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