Napster geht frühestens im Herbst wieder an den Start

27. März 2002, 16:01
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Noch keine Einigung in Lizenzfragen mit Musikfirmen in Sicht

Die umstrittene Online-Musiktauschbörse Napster wird frühestens im Herbst ihren Dienst wieder aufnehmen. Dies sagte Napster-Vorstandschef Konrad Hilbers der "Financial Times Deutschland" (Mittwochsausgabe). Verantwortlich für die abermalige Verzögerung seien die Musikkonzerne. Die Labels seien bisher nicht bereit, Napster die Lizenzen für einen ausreichend großen Angebotskatalog an Musiktiteln zu gewähren.

Lizenzverhandlungen ruhen

Die von den Plattenfirmen bisher angebotenen Lizenzen würden die Konsumenten enttäuschen. Derzeit ruhten die Lizenzverhandlungen, sie sollen in den kommenden Wochen und Monaten aber fortgesetzt werden. Napster werde aber erst in sechs bis neun Monaten wieder im Internet präsent sein.

Neustart bis Ende dieser Woche geplant

Ursprünglich hatte Napster seinen Neustart bis Ende dieser Woche geplant. Kein Vorbild für einen künftigen kostenpflichtigen Napster-Dienst sollen die aktuellen Online-Musikbörsen Pressplay von Sony und Vivendi sowie Musicnet von AOL, Bertelsmann und EMI sein. Beide bieten zusammen nur 150.000 Titel an. "Diese Modelle zeigen schon jetzt keinen Erfolg", meinte Hilber.

Tilt im Juli 2001

Bis zu seiner gerichtlich angeordneten Schließung im Juli 2001 hatte Napster den kostenlosen Tausch von Musiktiteln im Netz ermöglicht und war mit 60 Millionen Nutzern zur erfolgreichsten Musik-Vertriebs-Website im Internet geworden. Die Musikindustrie, die um ihre Einnahmen bangte, ging gegen das Angebot vor Gericht und erwirkte schließlich ein Verbot. Napster entschied daraufhin, künftig ein kommerzielles Angebot unter Ägide des deutschen Bertelsmann-Konzerns zu lancieren, das Ausgleichszahlungen für die Inhaber der Urheberrechte vorsieht. (APA)

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