"Ungeduld" der EU "anti-moslemisch"

25. März 2002, 19:38
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Nigerianischer Gouverneur: "Islamisches Recht erkennt Menschenrechte an"

Sokoto/Kano - Nach dem Freispruch für die zum Tode verurteilte Nigerianerin Safyiatu Hussaini hat der Gouverneur des nigerianischen Bundesstaates Sokoto, Attahiru Bafarawa, am Montag das Verhalten von EU und Menschenrechtlern als "ungeduldig" und "anti-moslemisch" kritisiert. Statt dem Gericht die nötige Zeit zu geben, hätten die Forderungen nach einer sofortigen Freilassung Hussainis den Prozess verlängert. Er habe mehr als 500 Protestbriefe erhalten. Entgegen der Vorwürfe erkenne das islamische Recht die Menschenrechte an, betonte Bafarawa.

Gegen den Widerstand der nigerianischen Regierung führten in den vergangenen zwei Jahren zwölf Bundesstaaten im Norden Nigerias die Scharia, das islamische Recht, wieder ein. Die dortige Bevölkerung ist zu 90 Prozent moslemisch. Dagegen kritisiert die christliche Minderheit, dass ihr die islamische Rechtsprechung aufgezwungen werde. Erst vergangene Woche erklärte Justizminister Kanu Agabi, die Wiedereinführung sei verfassungswidrig. (APA)

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