Die SPÖ bleibt beim Nein, die FPÖ beim Ja

25. März 2002, 19:04
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Bures: Aussagen Fischers wurden "überinterpretiert"

Wien - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures hat ihre Partei wieder auf Linie gebracht: Die SPÖ sei "klar und unzweideutig gegen das Abfangjägerprojekt der Bundesregierung". Der stellvertretende Vorsitzende Heinz Fischer hatte das am Sonntag in der "Pressestunde" auch auf Nachfrage nicht so sagen wollen. Bures korrigierte Fischer in einer Aussendung und sprach von "konstruierten Überinterpretationen seiner Aussagen". Auch Fischer sei "unzweideutig gegen den Abfangjägerankauf".

Bures: "Die aktuellen Ablenkungs- und Täuschungsmanöver von ÖVP und FPÖ sollen bloß dazu dienen, die Aufmerksamkeit von den unglaublichen Widersprüchlichkeiten in Regierung und FPÖ umzulenken."

Verteidigungsminister Herbert Scheibner, der Fischer zu einem Gespräch einlud, erhielt dafür Rückendeckung aus seiner FPÖ: Der stellvertretende Bundesparteichef Hubert Gorbach hielt am Montag im ORF fest, solange Österreich neutral sei, brauche man die Flugzeuge. FPÖ-Generalsekretär Karl Schweitzer bezeichnete Abfangjäger und Steuerreform als vereinbar.

Der freiheitliche Wehrsprecher Wolfgang Jung forderte die SPÖ auf, das Thema "seriös zu diskutieren". Es könne nicht angehen, dass SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer vorschlage, "dass Österreich seine Lufthoheit durch Luftraumüberwachung mit dem System Goldhaube und ergänzend einige Boden-Luftraketen zum Abschießen unidentifizierter Flugzeuge beschränken könne. Wären wir dem Ratschlag des SP-Kanzlerkandidaten gefolgt, so hätten wir in den letzten sechs Monaten allein sechs bis sieben Passagierflugzeuge abschließen müssen, deren Identität erst durch Abfangjäger in der Luft geklärt werden konnte." (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 25. 3. 2002)

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