Nato könnte im November größer werden

25. März 2002, 19:09
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Kandidatenländer tagen in Bukarest

Bukarest - Die USA rechnen nach Worten des stellvertretenden US-Außenministers Richard Armitage mit einer umfangreichen Nato-Erweiterung auf dem Nato-Gipfeltreffen in Prag im kommenden November. Dies meldete am Montag Radio Bukarest nach einem Gespräch zwischen Armitage und dem rumänischen Ministerpräsidenten Adrian Nastase in der rumänischen Hauptstadt.

Armitage nimmt seit Montag an einem zweitägigen Treffen der neun Nato-Kandidatenländer in Bukarest teil, die der so genannten Vilnius-Gruppe angehören. Die Tagung unter dem Motto "Der Frühling der neuen Verbündeten" findet auf der Ebene von Ministerpräsidenten statt. Eine der zur Diskussion stehenden Kernfragen lautet, welchen Beitrag die Kandidatenländer zur allgemeinen Sicherheit und bei künftigen Bedrohungen leisten können.

Vorbereitung

Wie aus Teilnehmerkreisen verlautete, dient die Tagung auch als Vorbereitung für das Nato-Gipfeltreffen im November in Prag, wo darüber entschieden werden soll, welche der neun Kandidatenländer in die Nato aufgenommen werden. Zu den Anwärtern für eine Nato-Mitgliedschaft zählen außer Rumänien Albanien, Bulgarien, Mazedonien, die Slowakei, Slowenien sowie die drei baltischen Staaten. Armitage will anschließend zur Nato nach Brüssel reisen und dort die Ergebnisse der Tagung erläutern.

Die Nato-Erweiterung um die ehemaligen kommunistischen Staaten Osteuropas steht seit dem Ende der Ost-West-Konfrontation 1989/90 auf dem Programm des 1949 gegründeten transatlantischen Verteidigungsbündnisses. 1999 wurden als Erste Ungarn, Polen und Tschechien aufgenommen.

Russland hatte sich stets gegen einen Nato-Beitritt früherer Verbündeter ausgesprochen. Seit den Anschlägen vom 11. September und der Veränderung der globalen Bedrohungslage hat sich die Haltung Moskaus jedoch verändert. (dpa, AFP)


(DER STANDARD, Printausgabe, 26.3.2002)
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