Britisches Vorauskommando in Afghanistan

25. März 2002, 17:34
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Sollen US-Truppen bei neuer Offensive gegen El Kaida und Taliban helfen

London/Kabul - In Afghanistan hat die Stationierung britischer Elitesoldaten begonnen, die den US-Truppen bei einer neuen Offensive gegen die Moslem-Extremisten der El Kaida und die Taliban helfen sollen. Als Vorauskommando seien 100 der 1.700 Marineinfanteristen auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram bei Kabul gelandet, teilte das Verteidigungsministerium in London am Montag mit. An der Grenze zu Pakistan wurde nach offiziellen Angaben ein Taliban-Funktionär gefasst, der angeblich über Waffen- und Munitionslager Bescheid weiß. Der Afghanistan-Feldzug begann nach den Anschlägen in den USA am 11. September.

Die Truppenverlegung für den größten Auslandseinsatz der britischen Streitkräfte seit dem Golfkrieg vor elf Jahren begann knapp eine Woche nach der überraschenden Ankündigung, das Kontingent für den Feldzug stark zu vergrößern. Zur Unterstützung stationierten die USA am Wochenende Erdkampfflugzeuge des Typs A-10 in Bagram.

Amerikanischer Oberbefehl

Die Operationen stehen unter amerikanischem Oberbefehl und sind getrennt von dem Einsatz der internationalen Schutztruppe ISAF, die unter britischem Kommando steht. Die ISAF hilft seit der Entmachtung der Taliban und der El Kaida der neuen Regierung bei der Bewahrung des Friedens in der Hauptstadt Kabul.

Die Verstärkung des britischen und des ameriianischen Engagements geht zumindest zum Teil auf die Entdeckung eines Labors für chemische Waffen in den Bergen östlich von Kabul zurück. Die A-10 ist wegen ihrer Wendigkeit und Bewaffnung in der Lage, Höhlenstellungen zu bekämpfen, wie das beim Kampf um die Festung Shahi Kot in der Ostprovinz Paktia geschah.

Die britische Elitesoldaten sind für Einsätze in großer Höhe und bei extremer Kälte ausgebildet. Sie trainierten für die Afghanistan-Operation am Polarkreis. Die Truppe soll in anderthalb Wochen vollzählig sein.

In Chaman an der Grenze zu Afghanistan verlautete aus offiziellen Kreisen, bei einer Razzia sei im gegenüber liegenden Spinboldak am Sonntag Mullah Rehmatullah gefasst worden. Der Geistliche sei Kommandant der Taliban-Truppen im Raum Tangi gewesen. Er habe die große Zahl von zumeist pakistanischen und arabischen Freiwilligen registrieren und über das Land verteilen lassen, die den Taliban gegen ihre afghanischen Gegner und die USA zur Hilfe kamen. Er müsse über große Mengen Waffen und Munition verfügt haben, hieß es. Darum gehe es bei den Verhören.

Tangi liegt nur 50 Kilometer südlich von Kandahar, dem Amtssitz des geistlichen Führers der Taliban-Bewegung, Mullah Mohammad Omar. Er hatte Osama bin Laden, dem Chef der international operierenden El Kaida, Gastrecht gewährt. Die USA machen Bin Laden und El Kaida für die Anschläge vom 11. September verantwortlich, bei denen rund 3.000 Menschen getötet wurden. Mullah Omar lasten sie eine Mitschuld an. Beide wurden noch nicht gefasst. Auf Bin Laden, den Staatsfeind Nummer eins, und die El-Kaida-Führung haben die USA 25 Millionen Dollar (28,4 Mill. Euro) Kopfgeld ausgesetzt. (APA/Reuters)

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