Waffengeschäfte im Rotlicht-Milieu

26. März 2002, 15:47
posten

Kriegsmaterial aus zweitem Weltkrieg sichergestellt - Kriegsgerät vom Balkan geschmuggelt und verkauft

Graz - Der Markt dafür scheint beträchtlich zu sein. Scharfes Kriegsmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg - Maschinengewehre, Panzerabwehrrohre, Granaten, Sprengstoff, Munition, aber auch NS-Propagandamittel wie Hitlerbüsten und dergleichen -, dies in einem Ausmaß, das einen Turnsaal füllt, stellten Beamte der steirischen Sicherheitsdirektion in Kooperation mit Experten des Innenministeriums ("Operation Nemo") in den letzten Tagen sicher.

Drei Personen wurden in Haft genommen, gegen insgesamt neun Verdächtige wurde Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Kriegsmaterialengesetz erstattet.

Ein Jahr lang hatten die steirischen Behörden ermittelt, nachdem sie im Zuge von Suchtgifterhebungen einen entsprechenden Hinweis auf einen groß angelegten Waffenhändlerring erhalten hatten. Die Spur führte zu einem kroatischen Mittelsmann in Zagreb, der die Waffen aus dem ehemaligen Jugoslawien besorgt hatte. Die steirischen Kontaktleute transportierten das Kriegsmaterial über die Grenze Spielfeld und deponierten das gefährliche Schmuggelgut in Erdlöchern. Politische Hintergründe des Waffenhändlerringes schließt Josef Klamminger von der steirischen Sicherheitsdirektion aus: "Das sind reine Sammler ohne politischen Hintergrund. Es besteht kein Zusammenhang mit irgendwelchen neonazistischen Gruppen." (mue, Der Standard, Printausgabe, 26.03.02)

Share if you care.