Ankara reagiert skeptisch auf PKK-Namensänderung

26. März 2002, 13:32
posten

In "Freiheitspartei" umbenannte PKK hofft auf Legalisierung

Istanbul - Regierung und Militärs in der Türkei haben mit Skepsis auf die Umbenennung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in "Freiheitspartei des Volkes" (PAG) reagiert. Die PKK wolle sich mit dem neuen Namen lediglich tarnen, sagte Ministerpräsident Bülent Ecevit nach türkischen Presseberichten vom Dienstag. Innenminister Rüstü Kazim Yücelen sagte, die PKK bleibe auch mit ihrem neuen Namen eine "Terrororganisation". Der stellvertretende Chef des türkischen Generalstabs, Generalleutnant Yasar Büyükanit, sprach von einem "Spielchen" der PKK. Zugleich kritisierte der General die EU, die bisher nicht auf die türkische Forderung eingegangen ist, die PKK und die linksextreme DHKP-C auf ihre Liste von terroristischer Organisationen zu setzen.

PKK verzichtet auf das Wort "Kurdistan"

Die PKK hatte sich nach türkischen Geheimdienst-Erkenntnissen bei ihrem jüngsten, an einem geheimen Ort im irakisch-iranischen Grenzgebiet abgehaltenen Parteitag den neuen kurdischen Namen "Partiye Azadiye Gelan" (PAG) gegeben. Auch der militärische Arm der Organisation wurde demnach von "Volksbefreiungsarmee Kurdistans" in "Nationale Verteidigungskräfte" umgetauft. Damit verzichte die PKK auf das Wort "Kurdistan", hieß es in türkischen Presseberichten. Den türkischen Angaben zufolge bleibt die PKK bei ihrem 1999 ausgerufenen Gewaltverzicht und im Fall bei einer Generalamnestie für kurdische Kämpfer bereit, ihre Waffen abzugeben. Eine Hinrichtung des zum Tode verurteilten PKK-Chefs Abdullah Öcalan ("Apo") sei allerdings ein "Kriegsgrund".

Kurdische Gruppe drohte bei Hinrichtung von Öcalan mit Krieg

Eine kurdische Gruppe hat der türkischen Regierung einen neuen Krieg angedroht, falls der zum Tode verurteilte PKK-Führer Abdullah Öcalan tatsächlich hingerichtet wird. Der Privatsender NTV in Ankara berichtete am Montag, dieser Beschluss sei unlängst bei einem Kongress kurdischer Rebellen im Norden des Irak gefasst worden. Nach der Verhaftung Öcalans im Februar 1999 hatte seine "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK) einen einseitigen Waffenstillstand erklärt, woraufhin die gewaltsamen Auseinandersetzungen in den Kurdengebieten stark zurückgingen.(APA/AP)

Share if you care.