Österreich begrüßt Freispruch für Safiya Hussaini

25. März 2002, 15:20
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Rauch-Kallat und Prammer fordern diplomatische Unterstützung für die ebenfalls verurteilte Amina Lawal

Wien - Der Freispruch der ursprünglich zum Tod durch Steinigung verurteilten Nigerianerin Safiya Hussaini durch ein islamisches Berufungsgericht ist am Montag von Vertreterinnen österreichischer Parteien begrüßt worden. ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat erklärte in einer Aussendung, der Richterspruch sei "eine dringend notwendige Reaktion auf die weltweiten Proteste gewesen". Umso mehr zeigte sich Rauch-Kallat bestürzt, dass nur wenige Minuten nach dem Freispruch ein anderes islamisches Gericht eine weitere Frau, Amina Lawal, ebenfalls wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilte.

Die ÖVP-Generalsekretärin forderte einen Freispruch auch für Lawal. "Es ist wichtig, dass möglichst viele Staaten, auch die Europäische Union und die Vereinten Nationen massiv protestieren und Nigeria auffordern, die Menschenrechte einzuhalten", betonte Rauch-Kallat.

Prammer fordert Regierung zu weiteren Maßnahmen auf

SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer äußerte sich über die Aufhebung des Urteils gegen Safyiatu Hussaini "sehr erfreut." Allerdings sei damit für zukünftige Fälle noch lange keine Sicherheit gegeben, wie die Verurteilung einer weiteren nigerianischen Frau zeige. "Hier muss es massiven internationalen Protest gegen solche Gesetze und Vorkommnisse geben, die Frauen zu Untermenschen macht, die um ihr Leben fürchten müssen." Die Regierung sei aufgerufen, sich in dieser Angelegenheit auf diplomatischer Ebene weiter massiv für die Rechte der Frauen in Nigeria einzusetzen, forderte Prammer. (APA)

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