Welcome in "Dumbland"!

27. März 2002, 18:04
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David Lynch dreht Serien fürs Internet - Die erste von dreien sei, so der Star-Regisseur selbst, "geschmacklos, albern, gewalttätig und absurd"

Los Angeles - Der amerikanische Regisseur David Lynch – für seinen aktuellen Kinofilm "Mulholland Drive" für den diesjährigen Regie-Oscar nominiert – ist einer der ersten renommierten Filmemacher, die Filme eigens für das Internet drehen: Lynch hat auf seiner Website DavidLynch.com eine erste Serie unter dem Titel "Dumbland" gestartet, zwei weitere, "Rabbits" und "Axxon N.", befinden sich in Planung. Um die exklusiven Filme sehen zu können, müssen die User eine monatliche Gebühr von 9,97 Dollar bezahlen.

Lynch leiht Charakteren im schwarzweiß-Cartoon seine Stimme

"Dumbland" sei "geschmacklos, albern, gewalttätig, absurd" und "komisch, weil wir die Absurdität von alldem sehen", urteilt Lynch über seine erste Web-Serie. Zu sehen sind Schwarzweiß-Cartoons von Charakteren, denen der Star-Regisseur seine eigene Stimme leiht. In der zweiten, mit Digitalvideo gefilmten Serie "Rabbits" sollen die Hauptdarstellerinen von "Mulholland Drive", Laura Elena Harring und Naomi Watts, in Hasenkostümen auftreten. "In einer namenlosen Stadt, überschwemmt von andauerndem Regen, leben drei Hasen mit einem schrecklichen Geheimnis", verspricht die Website zu der Filmreihe, deren Start für den Winter geplant ist. Über "Axxon N." sind noch keine Details bekannt, außer dass es sich um ein Drama in der Art von Lynchs erfolgreicher Fernsehserie "Twin Peaks" handeln soll.

Internet-Test für mögliche Kino-Umsetzung

Lynch ("Eraserhead", "Blue Velvet") produziert seine Filmserien für das Web mit geringem Budget, bei entsprechendem Erfolg könne es aber auch Umsetzungen für das Kino oder das Fernsehen geben, berichtet die BBC. Lynch erachtet das Medium Internet als extrem wichtig, da es ihm Freiheit gewähre. Seinen derzeitigen Kinoerfolg "Mulholland Drive" wollte Lynch ursprünglich für das Fernsehen produzieren. Nachdem der 1999 gedrehte Pilotfilm von den Auftraggebern abgelehnt worden war , stellte Lynch das Projekt mit Hilfe französischer Geldgeber (Studio Canal) für das Kino fertig. Der Regisseur ist vor kurzem zum Präsidenten der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes bestellt worden. 1990 erhielt Lynch dort den Hauptpreis, die "Goldene Plame" für "Lost Highway", im vergangenen Jahr wurde er für "Mulholland Drive" mit dem Regiepreis ausgezeichnet. (pte)

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