Mesic für intensivere Kooperation zwischen Zagreb und Belgrad

25. März 2002, 13:23
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Flüchtlinge müssten zurückkehren und Rechte realisieren können - Präsident fordert Liberalisierung des Visa-Systems

Belgrad/Zagreb/Wien - Kroatien habe ein großes Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit mit Jugoslawien, vor allem weil jetzt in Belgrad die Demokratisierung beginne, sagte der kroatische Präsident Stipe Mesic am Wochenende in einem Interview gegenüber der Belgrader Zeitung "Blic". "Ich bin für eine Kooperation zwischen Kroatien und Jugoslawien in allen Bereichen, in denen dies möglich ist", betonte Mesic.

Die Zusammenarbeit zwischen Belgrad und Zagreb und auch anderen Ländern der Region dürfe auch wegen ungelöster Probleme nicht an Bedingungen geknüpft werden, fügte der Präsident hinzu. Die derzeitige Regierung in Belgrad würde sich für einen EU-Beitritt bemühen und dies sei auch das strategische Ziel Kroatiens. An den Krieg (1991-1995) und die damit entstandenen offenen und bis heute ungelösten Fragen erinnernd, betonte Mesic, dass mit einer intensiveren Kooperation auch Hindernisse beseitigt werden würden. Als gutes Beispiel einer bereits funktionierenden Kooperation nannte er die Zusammenarbeit von Wirtschaftstreibenden.

Neben dem baldigen Abschluss eines Freihandelsabkommen zwischen Kroatien und Jugoslawien äußerte Mesic auch die Hoffnung, dass es bald zu einer "maximalen Liberalisierung des Visa-Systems" kommen werde. Damit könne die Kommunikation nicht nur für Geschäftsleute, sondern auch für "normale Bürger" erleichtert werden. Ebenso müssten die aus Kroatien geflüchteten Menschen zurückkehren, volle Sicherheit genießen und alle Rechte realisieren können. Als Präsident Kroatiens sei es "logisch", dass er sich dafür einsetze.

Kritiker in Kroatien würden hingegen nur versuchen, ihm ein "Etikett eines Nicht-Patrioten umzuhängen". "Wenn wir wünschen, als wirklich demokratisches Land akzeptiert zu werden, müssen wir unseren Bürgern ermöglichen, dass sie zurückkehren in jenen Status, in dem sie aus Kroatien gingen", betonte Mesic. Zugleich kündigte er auch an, dass die kroatische Regierung ein Gesetz über nationale Minderheiten initiieren wolle. Weil Kroatien in dieser Hinsicht "verspätet" sei, erwarte er, dass dieses Gesetz sehr bald erlassen werde.

Der Präsident betonte auch, dass Kroatien mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag kooperieren müsse. Zagreb müsse alle internationalen Verpflichtungen erfüllen und dies könne auch niemand vereiteln, kritisierte Mesic jene Kräfte in seinem Land, die gegen eine Kooperation mit dem Haager Tribunal sind.(APA)

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