Jospin: Ein Joint zu Hause weniger gefährlich als Alkohol am Steuer

25. März 2002, 14:02
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Wichtig sei vor allem "intelligente" Umsetzung der Gesetze

Paris - Ein Joint zu Hause ist aus Sicht des französischen Premierministers Lionel Jospin weniger schlimm als Alkohol am Steuer. Bei der Drogenbekämpfung komme es auf eine "intelligente" Umsetzung der Gesetze an, heißt es in einer schriftlichen Erklärung, die Jospin am Montag zur Drogenproblematik abgab. Wer zu Hause Haschisch konsumiere, begehe damit ein "mit Sicherheit weniger gefährliches" Delikt als der Alkohol-Trinker, der sich anschließend ans Steuer setze. Allerdings wolle er sich damit nicht für eine Legalisierung des Haschisch-Konsums aussprechen, fügte der sozialistische Präsidentschaftskandidat hinzu. Dies wäre ein "falsches Signal für die Jugend".

"Ich will den Haschisch-Konsum nicht banalisieren", erklärte der französische Premier. "Aber Alkohol und Tabak sind in höheren Dosen ebenfalls ein furchtbares Gift." Seit dem Regierungsantritt Jospins vor fünf Jahren wurden Alkohol und Tabak in der französischen Gesetzgebung mit anderen Drogen gleichgestellt. Gesundheitsminister Bernard Kouchner hatte kürzlich erklärt, durch Alkohol und Tabak würden in Frankreich "weit höhere" Schäden verursacht als durch Cannabis.(APA)

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