Klagenfurter Ärzte verweigern Entnahme von Nabelschnurblut

25. März 2002, 21:19
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Eingriff in Österreich prinzipiell erlaubt - Diskussion um nötige Einschulung

Klagenfurt - Obwohl die Entnahme von Nabelschnurblut in Österreich für die Behandlung möglicher späterer Krankheiten des Kindes erlaubt ist, haben dieser Tage Ärzte des LKH Klagenfurt dies einer Mutter verweigert. Das Spital beruft sich auf einen ministeriellen Erlass.

Einschulung

"Die Bewilligung dazu hat in Österreich nur eine Privatfirma", erklärte der stellvertretende medizinische Direktor des LKH Klagenfurt, Herbert Wieltschnig. Das Gesundheitsministerium sage, wenn die Firma Ärzte und Hebammen entsprechend einschult, könne die Bewilligung per Werkvertrag weiter gegeben werden.

"Unsere Ärzte sind noch nicht geschult und haben daher keine Berechtigung", dazu Wieltschnig. Die Firma sei mit dem Spital auch noch nicht in Kontakt getreten. "Wir sind auf dem Weg, alle Informationen einzuholen, um dann diese Entnahmen durchführen zu können", fügte er hinzu.

Stellungnahme des Ministeriums

Das Gesundheitsministerium hat "prinzipiell nichts" gegen die Entnahme von Nabelschnurblut. Das sagte Martin Glier, Sprecher von Staatssekretär Reinhart Waneck. Voraussetzung: "Es muss so gemacht werden, dass das Nabelschnurblut lange haltbar ist." Außerdem sind bei der Abnahme bestimmte hygienische Bedingungen einzuhalten, damit das Blut keimfrei bleibt.

"Das Ministerium will gewährleisten, dass die Abnahme auch einen Sinne macht", erklärte eine Mitarbeiterin des Ressorts. Vor diesem Vorgang sind entsprechende Bewilligungen beim Ministerium einzuholen. Der Eingriff kann entweder vom Spital selbst durchgeführt werden. Dazu müssen die Mitarbeiter entsprechend geschult sein. Oder die Privatfirma nimmt - mit Bewilligung des Krankenhauses - das Nabelschnurblut ab. (APA)

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