Wo der Neusiedlersee "Fertö" heißt

25. März 2002, 12:59
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Der grenzüberschreitende Nationalpark Neusiedler See-Wasen ist Teil des gemeinsamen ungarisch-österreichischen Welterbes der UNESCO.

Auf der ungarischen Seite des Nationalparks - hier heißt der Neusiedler See "Fertö", findet man noch einen breiten, dichten, nahezu ursprünglichen Schilfgürtel, der die Heimat zahlreicher Vogel-, Amphibien-, Fisch- und Sumpfpflanzenarten ist. So findet man hier Reihernistkolonien, den seltenen blauen Moorfrosch und Sumpfdotterblumen. Die Hügelkette westlich des Neusiedler Sees besteht aus Leithakalk, der wie im österreichischen St. Margarethen schon von den Römern abgebaut wurde. Wie dort wird auch in Fertörákos der antike Steinbruch als Kulisse für kulturelle Veranstaltungen genützt, etwa für die sommerliche Operngala.

Der Nationalpark Fertö-Hanság ist der Überrest einer einst riesigen Moor- und Sumpflandschaft, die einzigartige landschaftliche, botanische, zoologische, aber auch völkerkundliche und kulturhistorische Besonderheiten aufweist. Er umfasst die unberührten, unter strengem Schutz stehenden Kerngebiete, die bewahrende Zone, in der traditionelle, naturschonende Bewirtschaftung (Schilfernte, Mähern, Beweidung) erlaubt ist, und die Saumzone mit den Siedlungsgebieten, in der jedoch ebenfalls strenge Auflagen gelten, und die heute den Kern der touristischen Nutzung des Nationalparks bildet. Die Gesamtfläche des Nationalparks zu beiden Seiten der Grenze umfaßt eine Fläche über 33.000 Hektar, jene des ungarischen Anteils 23.587 Hektar.

Der Neusiedler See, das drittgrößte stehende Binnengewässer Zentraleuropas mit einer durchschnittlichen Tiefe von 50 bis 60 und maximal 180 cm ist zu 88 Prozent verschilft und der letzte Vertreter der kontinentalen Flachlandsalzseen. Er hat auf ungarischer Seite den Rákos-Bach als natürlichen Zufluß. Die unmittelbare Umgebung des Sees besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Salzsteppen und -wiesen, in denen sich immer wieder permanente oder temporäre Tümpel mit extrem hohem Salzanteil bilden. Die Tier- und Pflanzenwelt hat sich diesen besonderen Gegebenheiten angepaßt und weist vor allem einen großen Reichtum an Nist- und Zugvögeln auf.

Die Hanság (Wasen) ist eine weite Niederung, die als Schwemmland des pannonischen Meeres und der Flüsse Donau und Raab entstand. Das Sumpf- und Moorgebiet mit ihren Inseln bietet einen vielschichtigen Lebensraum für eine große Anzahl von Tieren und Pflanzen, aber auch für die Bewohner, die mit dem in großen Mengen vorhandenen Torf einen Teil ihres Unterhaltes bestreiten. Die Hanság ist besonders im Frühling ein einzigartiges Naturerlebnis. Endlose blühende Sumpfwiesen, der "Märzenbecherwald" am Répce-Ufer, die "blühenden" Kanäle voller seltener Wasserpflanzen, Orchideen, und sich in den ersten Sonnenstrahlen wärmende Waldeidechsen. Im Sommer gibt es fachkundige Führungen durch den Nationalpark, der auch als Naherholungsgebiet fungiert, die auch jene streng geschützten Abschnitte mit einbeziehen, die ansonsten für Besucher nicht zugänglich sind.(apa)

Infos: Ungarisches Tourismusamt
A-1010 Wien, Opernring 5 Tel. 01/585 20 12-13 Fax 01/585 20 12-15 E-Mail: ungarn@ungarn-tourism.at
Internet: www.hungary
tourism.hu
, www.travelport.hu
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