Von der "Miss Teen All-American" zu "Miss Hallewood"!

25. März 2002, 15:56
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Wer ist Halle Berry? Ihre Homepage Hallewood.com gibt ein wenig Aufschluss

Wien - Halle Berry ist seit heute Teil der Filmgeschichte. Als erste farbige Schauspielerin gewann sie bei der 74. Oscar-Verleihung den Preis als Beste Hauptdarstellerin. Und zumindest heute deckt sich der Name ihrer offiziellen Homepage mit der Realität: Ganz "Hallewood" liegt ihr zu Füßen.

Demnächst Bond-Girl

In "Monster's Ball" des Jungregisseurs Marc Forster überzeugte Berry, die erst kürzlich in "Passwort: Swordfish" an der Seite von John Travolta zu sehen war und demnächst als Bond-Girl zu bewundern sein wird, die Jury in der Rolle der Leticia Musgrove, einer Witwe eines Hingerichteten, die sich in einen früheren Gefängniswärter ihres Mannes verliebt. Als Überraschung galt Berrys Auszeichnung mit dem Actors Award als beste Hauptdarstellerin durch den amerikanischen Schauspielerverband.

Silberner Bär

Für "Monster's Ball" wurde sie auch bei der Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Vor allem die Thematisierung von Fremdenfeindlichkeit habe sie an dem Drehbuch überzeugt, sagte Berry - eine Thematisierung, die in der erstmaligen Auszeichnung zweier farbiger Schauspieler mit den Hauptdarsteller-Oscars (neben Berry noch Denzel Washington) durch die Academy ihre positive Entsprechung fand.

Nach einem Kaufhaus benannt

Geboren wurde Berry am 14. August 1966 (nach anderen Quellen: 1968) in Cleveland, Ohio. Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt Berry dem "Halle Brother's Department Store" im Halle Building in Cleveland, weiß ihre Website. Erstmals in Rampenlicht trat Berry bei Misswahlen, im Alter von 17 Jahren wurde sie Miss Teen All-American, zwei Jahre später belegte sie den zweiten Platz im Bewerb um die "Miss USA". Ihre Modelkarriere verschaffte Berry ihre erste wöchentliche TV-Rolle ("Living Dolls", 1989) - ein Karriereschritt (Model wird Schauspielerin), der oftmals eher belächelt wird. Doch Berry überraschte die Filmwelt - denn sie bewies, dass sie schauspielen kann.

Durchbruch 1991 mit "Jungle Fever"

Der Durchbruch gelang Berry 1991, als sie in Spike Lees "Jungle Fever" die Rolle der Crack-süchtigen Vivian übernahm. Nur ein Jahr später gab sie Schnellsprecher Eddie Murphy in "Boomerang" als wehrhaftes Objekt seiner Machismo-Liebesavancen Paroli. Vielen Fans in Erinnerung ist Berry als verführerische Steinzeit-Sekretärin aus der Fred-Feuerstein-Verfilmung "The Flintstones" von 1994. Nach gelobten, aber mittelmäßig erfolgreichen Filmen meldete sich Berry 1999 mit der Rolle der Schauspielerin Dorothy Dandridge in der TV-Produktion "Introducing Dorothy Dandridge" zurück, für die sie einen Golden Globe gewann.

Prangert den ""immer noch existierenden Rassismus" an

Berry, die in zweiter Ehe mit dem Sänger Eric Benet verheiratet ist, sprach sich immer wieder gegen den in den USA "immer noch existierenden Rassismus" aus. Sie beklagte sich über schlechte Rollenangebote und Diskriminerung. Mit ihrer Oscar-Auszeichnung wurde "eine Tür" geöffnet, zeigte die sichtlich fassungslose Berry in ihrer Dankesrede Genugtuung, nicht nur für sie, sondern "für jede namenlose, gesichtslose farbige Frau, die nun eine Chance bekommen hat". (APA)

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