Lawinenwarnungen - Das bedeuten die Gefahrenstufen

25. März 2002, 11:57
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Fünfteilige und europaweit einheitliche Skala

Bregenz - Aus aktuellem Anlass rief Lawinen-Experte Andreas Pecl von der Landeswarnzentrale Vorarlberg heute, Montag, gegenüber der APA die fünfteilige europäische Gefahrenstufenskala in Erinnerung. Diese dient als Grundlage für die Lageberichte und Lawinenwarnungen.

* Gefahrenstufe 1 ("gering"): Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Die Wahrscheinlichkeit von Lawinen ist nur bei großer Zusatzbelastung (beispielsweise Sprengung, Pistenfahrzeuge oder Skifahrergruppen ohne Abstand) gegeben. Allgemein herrschen sichere Tourenverhältnisse.

* Gefahrenstufe 2 ("mäßig"): Die Schneedecke ist allgemein gut, an einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt. Größere spontane Lawinen sind nicht zu erwarten, aber bei großer Zusatzbelastung in Steilhängen möglich. Unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenstellen herrschen günstige Tourenverhältnisse.

* Gefahrenstufe 3 ("erheblich"): Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinen können an exponierten Steilhängen bereits bei geringer Zusatzbelastung (z.B. einzelne Skifahrer oder Fußgänger) ausgelöst werden. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Skitouren erfordern lawinenkundliches Beurteilungsvermögen, generell sind die Tourenmöglichkeiten eingeschränkt.

* Gefahrenstufe 4 ("groß"): Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Die Auslösung von Lawinen ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. Skitouren erfordern großes lawinenkundliches Beurteilungsvermögen, die Tourenmöglichkeiten sind stark eingeschränkt.

* Gefahrenstufe 5 ("sehr groß"): Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind zahlreiche große Lawinen auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Skitouren und Variantenfahrten sind wegen der extremen Gefahr allgemein nicht möglich. (APA)

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