Kirch offenbar zum Rückzug aus Kerngeschäft bereit

25. März 2002, 12:10
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Berlusconi, Murdoch und Banken an einer Übernahme der KirchMedia interessiert

Angesichts eines Schuldenberges in Milliardenhöhe will Leo Kirch das Herzstück seines Medienkonzerns offenbar an Banken oder Investoren abgeben. Der 75-Jährige sei im Prinzip zum Rückzug aus der KirchMedia bereit, berichtete ein Branchenkenner am Montag der dpa in München. Die Banken hatten Kirch aufgefordert, im Gegenzug für eine weitere Finanzspritze von bis zu 800 Mill. Euro sein Kerngeschäft KirchMedia mehrheitlich abzugeben.

Kirch zum Rückzug bereit

Damit würde Leo Kirch die Kontrolle über den größten Teil seines Imperiums verlieren. Am Sonntagabend hatten Banken und Investoren in stundenlangen Verhandlungen darum gerungen, wer die Kontrolle über die KirchMedia erhalten soll. Die Gespräche sollen heute fortgesetzt werden.

Banken, Murdoch und Berlusconi

In den Verhandlungen hatten die Investoren nach Informationen aus Branchenkreisen ihr Interesse an einer Übernahme der KirchMedia zum Ausdruck gebracht. Zu den Investoren gehören unter anderem die Medienkonzerne des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi sowie des anglo-australischen Medienmoguls Rupert Murdoch. Auch die Banken hatten aber am Wochenende ihr Interesse an einer Übernahme der KirchMedia bekundet.

In der KirchMedia ist das profitable Kerngeschäft der KirchGruppe mit dem Filmrechtehandel, den Fernsehsendern ProSieben und SAT.1 sowie den Fernsehübertragungsrechten für die Fußball-Bundesliga und die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 gebündelt. (APA/dpa)

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